Combres-Höhe - les Éparges |
Den nordöstlichen Eckpfeiler des Frontbogens von St.-Mihiel bildete ein bis zu 346 Meter hoher, ca. 1.100 m langer und ca. 700 m breiter Bergrücken im Bereich der Maas-Höhen. Die eigentlich aus zwei nebeneinander liegenden Höhen bestehende Erhebung hieß bei den deutschen Truppen einheitlich "Combres-Höhe", benannt nach dem am südlichen Fuß liegenden und bis September 1918 in deutschem Besitz gebliebenen Ort Combres-sous-les-Côtes. Vereinzelt findet sich auch die Bezeichnung "Comber-Höhe". Bei den Franzosen hieß der östliche Teil "Crète de Combres" und der westliche Teil "Crète des Éparges", Letzteres nach der westlich gelegenen Ortschaft Les Éparges.
Combres-Höhe: Allgemeines
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Anhand der beeindruckenden Fernsicht wird dem Besucher der Combres-Höhe schnell deutlich, warum auf dieser kleinen Hochfläche über den gesamten Verlauf des Ersten Weltkrieges schwere Kämpfe tobten: Von der östlichen Spitze des Höhenzuges, dem späteren "Point X", war das deutsche Hinterland nach Süden und Südosten weiträumig zu überblicken. Die Behauptung des im September 1914 entstandenen Frontbogens von St. Mihiel, aber auch die Führung der im Februar 1916 begonnenen Verdunschlacht, wäre für die Deutschen undenkbar gewesen, wenn die Franzosen in den Besitz dieser exzellenten Beobachtungsposition gelangt wären.
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Combres-Höhe: Wehrgeologische Situation
Die Combres-Höhe besteht aus vier gleichförmig übereinander liegenden und leicht nach Westen abfallenden Gesteinsschichten. Den Sockel bildet bis zu einer Höhe von 325 m ü.M eine etwa 70 m dicke Lage von blaugrauem, gelb verwittertem Tonmergel mit eingelagerten Kalkknollen. An der Oberfläche ist das Gestein weich, in der Tiefe hart und schwer zu bearbeiten. Die Tone sind wasserundurchlässig, sodass dort errichtete Stellungen leicht verschlammen konnten. Unterirdisch und besonders in den tieferen Lagen sind die Tone vollkommen trocken, sodass diese Schicht für Tunnel- und Stollenbau gut geeignet war. Über dem Tonmergel-Sockel liegt eine etwa 10 m dicke und bis zu einer Höhe von 335 m ü.M reichende Schicht aus braungelbem, eisenschüssigem Kalk, die wassdurchlässig und deshalb für den Tunnelbau ungeeignet war. Über dieser Schicht folgt in einer Dicke von bis zu 15 m ein gelb-weisser, wasserundurchlässiger und gut zu bearbeitender Mergelkalk, in dem stabile und trockene Schützengräben und Stollen errichtet werden konnten. Diese Schicht reicht bis zu einer Höhe von 350 m ü.M. und wird in den obersten Lagen, vorrangig in den damaligen Abschnitten "Granathügel", "Combres-West" und "Herbeuville-Stellung", von einem weißen, harten Korallenkalk überlagert.
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Aus Struktur und Verhalten der einzelnen Gesteinsschichten dem aufkommenden Oberflächenwasser gegenüber ergaben sich aus Sicht der Geologen der Vermessungsabteilung 2 der Armee-Abteilung v. Strantz für den Tunnel- und Stollenbau auf der Combres-Höhe folgende Empfehlungen:
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Die Académie De Nancy-Metz beschreibt in einem Homepage-Beitrag mit dem Titel "La Côte de Meuse aux Éparges" in der Rubrik "Géologie de la Lorraine" aktuelle geomorphologische und historische Aspekte im Kontext der Combres-Höhe. Entsprechende Informationen finden sich auch zu vielen anderen Orten der Region. Die Artikel enthalten interessante Anregungen für private, wissenschaftliche und auch schulische Forschungsprojekte.
Combres-Höhe: Militärische Gesamtlage Ende August 1914 - V. Armeekorps
Erstmalig gerieten die Maas-Höhen Ende des Monats August 1914 in den militärischen Fokus. Die Mittelgruppe des deutschen Westheeres hatte mit der 4. Armee des Herzogs Albrecht von Württemberg zwischen Sedan und Stenay die Maas überschritten. Die 5. Armee unter dem deutschen Kronprinzen Wilhelm sollte sich südlich zwischen Stenay und Verdun anschließen, stieß jedoch auf starken Widerstand. Am 26. August 1914 nahm das am rechten Flügel der 5. Armee weit nach Westen vorgedrungene V. Armeekorps (9. und 10. Division) die Ortschaften Brehéville, Lissey und Ecurey ein. Es stand damit in unmittelbarer Schlagdistanz zur Maas. Der Führer des Korps, General Hermann von Strantz, befahl für den Folgetag die Gewinnung des westlichen Maas-Ufers, um die ungeordnet über den Fluss zurückdrängenden französischen Kräfte in Flanke und Rücken zu fassen. Dazu kam es nicht. Die folgenden Anordnungen der Obersten Heeresleitung (O.H.L.) und ihres Chefs Helmuth von Moltke waren der Anfang einer Kette von Fehlentscheidungen, die Mitte September 1914 in dem als "Marne-Drama" bekannt gewordenen Rückzug des Westheeres und letztlich im Scheitern der gesamten deutschen Feldzugstrategie gipfelten.
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Was war geschehen? In Befolgung des im Jahr 1894 geschlossenen Beistandspaktes zwischen Frankreich und dem russischen Zarenreich (Französisch-Russische Allianz) mobilisierte das russische Heer unmittelbar nach dem deutschen Einmarsch in Belgien. Ab Mitte August 1914 drangen die Russen unerwartet mit zwei Armeen auf ostpreußisches Gebiet vor. Auf deutscher Seite stand dort lediglich die 8. Armee unter dem Kommando des Generals Max von Prittwitz, später abgelöst von dem Feldherrenduo Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff. Der deutsche Plan sah vor, die russischen Verbände nacheinander anzugreifen und zu schlagen. Obwohl vonseiten der Armeeführung keine Notwendigkeit für Truppenverstärkungen reklamiert wurde, sah sich die O.H.L. veranlasst, drei Armeekorps von der Westfront abzuziehen und nach Ostpreußen zu verlegen. Neben dem V. Armeekorps betraf dies das zur 2. Armee gehörende Garde-Reservekorps sowie das bei der 3. Armee kämpfende XI. Armeekorps. Die beiden letztgenannten Korps trafen erst nach den für die deutschen Truppen siegreich ausgegangenen Schlachten von Tannenberg und an den Masurischen Seen in Ostpreußen ein. Vor allem das Fehlen dieser beiden Korps auf dem für den deutschen Feldzug entscheidenden rechten (nördlichen) Heeresflügel sollte sich fatal auswirken und bedingte die Mitte September 1914 getroffene Entscheidung der O.H.L. zum Abbruch der Marne-Schlacht.
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Das V. Armeekorps erhielt den Befehl zum Abbruch aller Offensivbemühungen am 26. August 1914. Obwohl die Anordnungen starkes Unverständnis hervorriefen, wurden sie seitens der O.H.L. beibehalten. Selbst nachdrücklicher Widerspruch der Armee- und Korpsführung angesichts der naheliegenden Möglichkeit zur Wegnahme der Festung Verdun vermochte keine Meinungsänderung herbeizuführen. Bereits am Folgetag marschierte das V. Armeekorps zurück nach Osten. Die Herausnahme des Korps machte Umgruppierungen bei der 4. und 5. Armee erforderlich und wirkte sich bis zur 3. Armee entsprechend aus. Für mehrere Tage wurde das Vorgehen aller drei Armeen gebremst. Die wankende französische Verteidigung im zentralen Abschnitt der Westfront konnte sich unverhofft wieder konsolidieren.
Nach dem überraschenden deutschen Sieg in der Schlacht bei Tannenberg wurde das V. Armeekorps bereits am 30. August 1914 wieder der 5. Armee unterstellt und marschierte aus der Gegend um Metz zurück Richtung Westen. Im Armeeverband sollte nördlich Verdun die Maas überschritten werden. Bereits am Folgetag wurde das Korps jedoch erneut angehalten und zurückbeordert, um östlich Verdun befürchtete französische Angriffe in Richtung Metz abzuwehren. Der kommandierende General Hermann von Strantz erkannte trotz dieses chaotischen Hin und Her die strategische Option, seine Truppe bei passender Gelegenheit aus der Woëvre-Ebene in Richtung der Maas-Höhen zwischen Combres und St-Maurice-s.l.-Côtes offensiv werden zu lassen. Vorsorglich wurde die 10. Division ab dem 3. September 1914 nach Süden in eine Linie Jonville - Harville gezogen. Zudem wurde verstärkte Luftaufklärung über die gesamte Woëvre-Ebene angeordnet. Patrouillen sollten im Bereich der Maas-Höhen aufklären.
Combres-Höhe: Beginn der Kämpfe im September 1914
Am 7. September 1914 erhielt das V. Armeekorps dann tatsächlich den Befehl, den Höhenzug der Côtes Lorraines und die Maas-Forts Camp des Romains, Les Paroches und Troyon in Besitz zu nehmen. Das war der Auftakt für die vier Jahre andauernden Kämpfe auf den Maas-Höhen. In zwei Kolonnen traten die Einheiten der 10. Infanterie-Division den Vormarsch an, die 19. Infanterie-Brigade südlich und die 20. Infanterie-Brigade nördlich. Teilen der Königs-Jäger zu Pferde Nr. 1 und des Infanterie-Regiments 47 gelang es ohne Schwierigkeiten, in eine Linie Les Éparges - St. Rémy - Dompierre - Lavignéville vorzurücken. Die französischen Einheiten hatten überraschend ihre Stellungen an den Hängen der Maas-Höhen verlassen und sich zurückgezogen. Am Abend gingen Teile des IR 47 westlich Herbeuville, auf der späteren "Herbeuville-Höhe", und der Höhe 362, später "Combres-West", zur Ruhe über. Das Hauptquartier der 10. Division wurde im Dorf Combres eingerichtet. Teile des Infanterie-Regiments 50 besetzten den Höhenzug des Montgirmont und den Sattel der Combres-Höhe, später "Combres-Ost". Dort errichteten sie Stellungen auf deren höchstem Punkt, dem später schwer umkämpften "Finger".
Am Folgetag, dem 8. September 1914, setzte das durch andere Teile der Division verstärkte IR 50 seinen Vormarsch in Richtung des Fort de Troyon fort. Schwere Artillerie, darunter zwei 30,5 cm Skoda-Mörser der 3. Batterie des k.u.k. "Halbbataillons Krakau“, hatten bereits in der Nacht mit der Beschießung des Forts begonnen. Die geplante Erstürmung musste jedoch wegen schlechten Wetters und unzureichender Zerstörungswirkung abgesagt und mehrfach verschoben werden. Fort Génicourt im Norden sowie die südlich befindliche Batterie Lès Paroches blieben intakt und wirkten mit ihrer Artillerie störend auf die deutschen Operationen.
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Die durch mangelnde Fernaufklärung und unzureichende Nachrichtenübermittlung beförderte Verunsicherung aufseiten der O.H.L. nahm weiter zu. Agentenmeldungen besagten, dass westlich St. Mihiel französische Verbände einen Durchbruch auf Metz vorbereiten würden. Entgegen anderweitigen Erkenntnissen des Generalkommandos des V. Armeekorps wurde deshalb am 9. September 1914 erneut der sofortige Rückzug in die Woëvre-Ebene angeordnet. Obwohl dieser Befehl schon am nächsten Tag revidiert wurde, waren Pioniere und Infanterie bereits in ihre Ausgangsstellungen zurückgegangen und hatten nur kleinere Gruppen nahe dem Fort de Troyon zurückgelassen. Der Angriff war gescheitert. Durch Teile des IR 47 und IR 50 wurden erneut Stellungen auf der Combres-Höhe, dem Montgirmont sowie der Côte des Hures bezogen, da von Norden und Westen ebenfalls französische Angriffe befürchtet wurden.
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Durch Befehl der O.H.L. wurde ein neuer Großverband unter dem Kommando des Generals Hermann von Strantz geschaffen, um Ordnung in die Aktionen zu bringen. Infolge des deutschen Rückzugs aus der Marne-Schlacht war jedoch auch die neugebildete Armeegruppe v. Strantz von den Côtes Lorraines etwa 40 km in nordöstliche Richtung hinter das Flüsschen Orne zurückbeordert worden.
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Da es entgegen aller Befürchtungen zu keinen nennenswerten französischen Angriffen kam, wurde bereits am 16. September 1914 erneut die Wegnahme der Maas-Höhen und der dortigen Forts befohlen. Die Aufgabe wurde der dahingehend umbenannten Armee-Abteilung v. Strantz übertragen. Zu dieser gehörten das seitens des Generals Adolf von Oven übernommene V. preußische sowie das aus der 6. Armee herausgelöste III. bayerische Armeekorps des Generals Ludwig Freiherr von Gebsattel. Die Preußen sollten im Norden gegen die Côtes Lorraines und das Fort de Troyon angreifen, die Bayern die Forts Camp-des-Romains, Les Paroches und die Stadt St. Mihiel einnehmen. Die 33. Reserve-Division hatte die Festung Verdun von Osten her abzuschließen und die nördliche Flanke zu decken.
Der ursprünglich für den 17. September 1914 avisierte Angriff verzögerte sich wegen Dauerregens, stecken gebliebener Artillerie und neuerlicher Befürchtungen eines drohenden französischen Angriffs.
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Am 19. September 1914 war es dann so weit. Beide Korps überschritten die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Straße zwischen Fresnes-en-Woëvre und Thiaucourt (heutige D 904). Westlich davon wurde eine Artillerieschutzstellung eingenommen. Im Bereich der Maas-Höhen und der Ortschaften wurden Erkundungen durchgeführt. Trotz des andauernden Regens vollzog sich der Vormarsch planmäßig. Die Artillerie konnte bis zum Morgen des 20. September 1914 ihre Stellungen einnehmen und mit der Beschießung der Maas-Höhen beginnen.
Am Morgen des 21. September 1918 rückte die Infanterie weiter vor. Teile der 9. Division (IR 19, IR 58, GrenR 7) waren auf Hannonville, Herbeuville und Combres angesetzt, die 10. Division (IR 46, IR 47, IR 50, GrenR 6) auf Thillot, St. Maurice und Billy s.l. Côtes. Anders als zu Monatsbeginn stießen die Truppen in den Orten auf heftigen Widerstand. Versteckt aufgefahrene französische Artillerie wirkte empfindlich mit gezieltem Feuer in die Flanken. Trotz merklicher Verluste gelang es, die Ortschaften im Sturm zu nehmen und auf den Maas-Höhen eine Linie Dommartin - Dompierre-aux-Bois zu erreichen. Die zahlenmäßig unterlegenen Franzosen hatten sich westlich und nordwestlich in den Schutz der dortigen Wälder zurückgezogen.
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Nach der erfolgreichen Marne-Schlacht war die französische Führung optimistisch davon ausgegangen, dass es zu einem allgemeinen deutschen Rückzug kommen würde. Man rechnete nicht mit deutschen Angriffen, auch nicht im Bereich der Woëvre-Ebene. Durch Umfassung des nördlichen deutschen Heeresflügels ("Wettlauf zum Meer") und eine Offensive zwischen Verdun und Reims wollte man die finale Kriegsentscheidung herbeiführen. Ab dem 17. September 1914 machten die Deutschen jedoch überall wieder Front und leisteten den nachrückenden Franzosen energischen Widerstand. Große französische Truppenkontingente wurden aus der Front gezogen und an die beiden Angriffsfronten verlegt. Im Bereich der Maas-Höhen betraf das die komplette 2. Armee. Zum Zeitpunkt der deutschen Offensive standen dort lediglich noch eine Reserve-Division (75e D.R.) und eine Kavallerie-Division (7e D.C.).
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Der Vorstoß der 9. Division schritt am Morgen des 21. September 1914 zunächst noch planmäßig voran. Nördlich hatte das Infanterie-Regiment 58 die Ortschaften Herbeuville und Combres einzunehmen und in Richtung St-Rémy-la-Calonne vorzustoßen. Südlich sollte das Infanterie-Regiment 19 über Hannonville s.l. Côtes auf die Maas-Höhen und weiter in Richtung Dommartin-la-Montagne vordringen. Es zeigte sich, dass der Ostabhang der Maas-Höhen feindbesetzt war. Aus ihren Stellungen leistete die französische Infanterie heftigen Widerstand. Das Gelände bereitete den Angreifern Probleme. Die steilen Hänge waren vielerorts mit dichtem Unterholz und Weinreben bewachsen, deren Gebinde und Verdrahtung das Fortkommen erschwerten. Die bei Fresnes-en-Woëvre, auf der Côte des Hures und westlich Les Èparges ungehindert aufgefahrene französische Artillerie wirkte empfindlich. Bis zum Abend hatte das IR 58 mit Teilen des Grenadier-Regiments 7 die Combres-Höhe und die Höhe 362 (später Combres-West) besetzt. Das IR 19 lag mit einem Bataillon zur Sicherung dort aufgefahrener Artillerie am Westrand der Höhe 373, der späteren Herbeuville-Höhe.
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Allmählich erkannte der Führer der französischen 3e Armee, Genéral Maurice Sarrail, die Brisanz der Situation. Ursprünglich war vorgesehen, dass die weiter südlich stehende französische 1e Armee unter dem Genéral Augustin Dubail deutsche Vorstöße in der Woëvre-Ebene durch eigenen Angriff unterbinden sollte. Das erwies sich in Anbetracht des erheblichen deutschen Geländegewinns als nicht mehr umsetzbar.
Neben der zunächst zur Verstärkung vorgesehenen 67. Reserve-Division ordnete Sarrail gegen Mittag des 21. September 1914 die Verlegung des gesamten östlich Verdun stehenden 6. französischen Armeekorps auf die Maas-Höhen an. Bis zum Morgen des 22. September 1914 stand so die französische 12. DI im Bereich Mouilly - Vaux-les-Palameix, weiter südlich die 67. DR vor Dompierre und die 40. DI von Seuzey über Lamorville bis hinab in die Lücke von Spada. Die französische 107e Brigade (RI 301, 302, 304) rückte eilig zu Pferd vor, mit dem Auftrag, den Montgirmont zu besetzen und, wenn irgend möglich, auch das Höhengelände von Les Éparges und Combres zurückzugewinnen. Letzteres scheiterte am Widerstand des IR 58. |
Die Stellungen des IR 58 lagen am nördlichen und westlichen Hang der Höhen. So konnten die wiederholt aus Richtung St. Rémy und Tresauvaux angreifenden Einheiten der französischen 107e Brigade effektiv unter Feuer genommen werden. Die Soldaten waren in Ermangelung von Schützengräben und Unterständen jedoch dem feindlichen Artilleriefeuer schutzlos ausgeliefert.
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Die Franzosen wollten das verlorene Terrain nicht kampflos aufgeben. Am Morgen des 22. September 1914 ordnete der Führer des 6e Corps d´Armée, General Martial Justin Verraux, die Rückeroberung der Maas-Höhen zwischen Combres und Hattonchâtel an. Was folgte, waren schlecht vorbereitete Angriffe, die den Franzosen kaum Geländegewinn, dafür aber Hunderte Gefallene und ein Vielfaches an Verwundeten und Vermissten kosten sollten.
Einer der Toten war der junge Lieutenant Henri Alban Fournier, genannt "Alain Fournier". Er war als Angehöriger des französischen RI 288 (67. DI) an den Kämpfen auf den Maas-Höhen beteiligt. Mit weiteren französischen Soldaten wurde er am 22. September 1914 westlich Dommartin-la-Montagne von Angehörigen des Grenadier-Regiments Nr. 6 gefangengenommen und erschossen. Unter seinem Kommando soll es gerüchteweise zur gezielten Tötung deutscher Sanitäter und Verwundeter gekommen sein. Fournier wurde als vielversprechendes Schriftstellertalent gehandelt. Nach Kriegsende stilisierte man ihn zu einem Symbol für die im Krieg verlorene intellektuelle Jugend Frankreichs. |
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In den bis Ende September 1914 andauernden Kämpfen auf den Maas-Höhen erlitten auch die Deutschen merkliche Verluste. Ab dem 23. September 1914 hatte sich die französische Verteidigung gegenüber den bis in den Bereich der Grande Tranchée de Calonne vorgerückten Einheiten durch Zuführung von Verstärkungen und Artillerie gefestigt.
Es gelang den Franzosen, die in den dichten Waldungen ohnehin kaum vorwärtskommenden Angreifer durch einzelne, geschickt platzierte Posten, Maschinengewehre und Baumschützen in blutige Scharmützel zu verwickeln. Im undurchdringlichen Unterholz und gegenüber einem unsichtbaren Feind gerieten die deutschen Einheiten ständig durcheinander, verloren die Richtung und mussten durch deren Führer unter feindlichem Beschuss immer wieder neu geordnet werden. |
Vor allem der Verlust an Offizieren und Feldwebeldienstgraden war in diesen Tagen groß. Da sie, wie in früheren Zeiten, ihren Einheiten vorweggingen und anhand der Uniformen gut zu erkennen waren, gaben sie ideale Ziele für die französischen Scharfschützen ab. Die meisten der später aufgefundenen Gefallenen waren an gezielten Brust- oder Kopfschüssen gestorben. Der Kampf wurde von beiden Seiten erbittert geführt. Verwundete beider Seiten konnten, selbst unter Mitführung von provisorisch aus weißen Unterhemden und roten französischen Uniformhosen geschneiderten Rotkreuz-Zeichen, nicht geborgen werden.
Wie befohlen, war es dem IR 154 und Teilen des Grenadier-Regiments 7 bis zum Abend des 24.09.1914 gelungen, von Süden her eine Linie jenseits der Straße zwischen den Ortschaften St. Rémy und Vaux-les-Palameix, später "Vauxweg" genannt, zu erreichen. So sollte der Einschließungsring um die Festung Verdun nach Norden hin verkleinert werden. Einzelne Gruppen stießen weiter vor bis auf die "Côte Senoux", eine Anhöhe nördlich der von St. Rémy nach Mouilly führenden Straße (heutige D 113). Da dort kein Anschluss an benachbarte Einheiten zu finden war, zog man sich auf die befohlene Linie nördlich des "Vauxweges" zurück.
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Teile des IR 154 wurden weiter in Richtung Dommartin-la-Montagne zurückbeordert, um den Schutz für die im Chanot-Wald (franz. le Chanot) aufgefahrene Artillerie zu übernehmen und eine Verbindung zu den auf der Herbeuville-Höhe stehenden Teilen des IR 19 herzustellen. Die so entstandene Linie zwischen den Orten Vaux-les-Palameix und Combres-sous-les-Côtes sollte bis April 1915 im Wesentlichen Bestand haben. Auf beiden Seiten der Grande Tranchée de Calonne wurde sie später zur stark ausgebauten Auffang-Stellung und erhielt den Namen "Alte Winterstellung".
Am 24. September 1914 hatte sich die Situation gegenüber dem III. Bataillon des IR 19 am Westrand der Höhe 373 (Herbeuville-Höhe) kurzzeitig kritisch entwickelt. Gegen 05.45 Uhr morgens begann ein massiver Artilleriebeschuss. Unter dem Schutz dichten Bodennebels startete ein französischer Infanterieangriff. Teile der Angreifer gelangten durch einen Taleinschnitt südöstlich St. Rémy in die Flanke der Verteidiger. Der Angriff konnte erst unmittelbar vor den deutschen Gräben gestoppt werden. Weil sich der Bodennebel plötzlich auflöste, erlitten die durch das Tal des Longeau-Bachs zurückflutenden Franzosen schwere Verluste mit über 300 Toten. Eine große Zahl liegengebliebener Verwundeter konnte wegen des fortgesetzten Beschusses nicht geborgen werden. Sie starben während der folgenden Nacht einen qualvollen Tod. Die Gefallenen des IR 19, etwa 35 Mann, wurden auf einer Waldlichtung hinter der Stellung in einer eigens ausgehobenen Grube bestattet.
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Combres-Höhe: weitere Entwicklung bis November 1914
Für das Verständnis des weiteren Verlaufs der Kämpfe auf den Maas-Höhen und speziell auf der Combres-Höhe sollte man die Topografie der Umgebung näher betrachten. Die im Jahr 1924 verfasste Regimentsgeschichte des Reserve-Infanterie-Regiments 130, das von Oktober 1914 bis Mai 1915 im Bereich der Combres-Höhe und der Tranchée de Calonne eingesetzt war, enthält diese aufschlussreiche Beschreibung:
(...) Zum besseren Verständnis der Kämpfe des Reserve-Infanterie-Regiments 130 sei noch folgende Orientierung hinzugefügt:
Von dem Hauptmassiv der Maashöhen trennt der in Höhe der Dörfer Hannonville - Dommarlin entspringende Longeau-Bach durch ein tiefeinschneidendes Tal den östlichen Teil derartig ab, daß die nördlich der Straße Combres - St. Remy - Mouilly gelegenen Höhen, nämlich die 346 Meter hohen Combresberge, der Montgirmont und die noch weiter nördlich gelegene Cote des Hures (Höhe 372) vollständig isolierte Bergkegel darstellen. Westlich des durch das Longeau-Flüßchen gebildeten etwa 500 Meter breiten Tales führt unsere Stellung von den Maashöhen aus dem Loclont-Walde über die Tranchee de Calonne an der Höhe 334 und am Rande des Le Chanot Bois vorüber in das Tal, wo sie auf die Feldwache bei der Moulin Pelit und im Dorfe St. Remy stößt. Dann springt die Linie der Schützengräben über die Straße St. Remy - Combres vor und erreicht in der Stellung auf den Combresbergen ihren Abschluß. Ebenfalls westlich des Flüßchens, aber jenseits des Dorfes St. Remy, also etwa in der Flanke der Combresberge, liegt die fast kahle Höhe 340, dann folgen eine Unzahl von bewaldeten Höhen, in welche die vielen kleinen in den Longeau-Bach einmündenden Bäche tiefe Schluchten gerissen haben. Dicht bewaldete Bergnasen führen bis an den Longeau-Bach heran. Die nächstgelegenen sind die Höhen 342 und 353, die erstere wegen ihrer eigentümlichen Form von uns auch „Hummerschere" genannt.
Die Höhen 340, 342, 353, der Montgirmont und die Cote des Hures befinden sich in den Händen der Franzosen, die auf ihnen Feldbefestigungen errichtet haben. (...)
Aus dieser Schilderung wird der Leser ersehen, daß unsere Stellung auf den Combres-Bergen nicht allein von Norden her frontal, sondern auch von Westen her in der Flanke, in letzter Hinsicht wenigstens von Artillerie gefaßt werden konnte. |
Die Höhe nördlich des Feldweges über den Sattel weist dagegen eine von Westen nach Osten gerichtete Längsform auf, erreicht unmittelbar nördlich der höchsten Sattelerhebung im Punkte 346 ihren steilsten Gipfel und fällt von hier aus nach allen Seiten zu ab, nach Westen in Form eines auf Les Eparges gerichteten, ca. 300 Meter langen und nur 40—60 Meter breiten, vollständig kahlen Bergrückens, nach Norden in Form einer Mulde, auf den Feldweg südlich des Montgirmont zu, nach Osten in Form eines immer schmaler werdenden Rückens, der in der Höhe des Dorfes Combres dann plötzlich in die Ebene abfällt. Hier am Scheitelpunkt sinkt der Berg nach Norden und Osten zu sehr steil in das Flachland. |
Der ganze Abhang und einige 20 - 30 Meter des Randes sind von mittelgroßen Fichten, Lärchen und Buchen bestanden, zwischen denen Gestrüpp sich breit macht. Der rebenreiche Süd- und Südosthang des Berges fällt in zunächst schroffer, dann immer sanfterer Neigung bis zum Dorfe Combres ab. (...)
(...) Auf dem südlichen Berge (Stellung D) lag eine Reihe von Schützenlöchern in dem Fichtenwäldchen mit der Front nach Westen. Eine zweite Stellung war bereits in Schützengrabenform auf dem Rücken nach Les Eparges, eine dritte in Richtung auf den Feldweg ausgehoben. Einige Feldwachen am Sattel und an der Straße nach St. Rémy sicherten die Wege. (...)
(...) Der nördliche Berg (westlich des Punktes 346, Stellung C, nördlich und östlich Stellung B genannt) hatte ebenfalls in seinem vorderen Teile noch keinen durchlaufenden Schützengraben. Eine Reihe von Schützenlöchern bot in C für eine Kompagnie, in B für etwa ein Bataillon Raum. Die Linie führte über die vorgeschobenste Bergspitze auf Les Eparges zu über die Mulde nach dem Steilhange in B, wo sie einige Meter oberhalb des Randes bis zum Scheitelpunkt verlief, um dann auf dem Ostrücken in die Ebene hinabzuführen.
Hier standen westlich des Weges Combres - Tresauvaux zwei Feldwachen, östlich des Weges boten einige Gräben und Unterstände Raum für etwa zwei Kompagnien. (...)
(...) Dort, wo unsere Stellung aus dem Wäldchen tritt und über die Höhen nach dem Steinbruche führt, herrscht ein ganz anderes Leben und Treiben. Hier liegt der Graben der Sicht des Feindes offen. Jede stärkere Bewegung beantwortet die rührige französische Artillerie mit Schrapnells und Granaten. Auch die an sich so niedlichen, von der Truppe sehr begehrten, aber in der Wirkung oft höchst ungemütlichen Geschosse der Revolverkanonen (Eselsbatterien) sausen häufig über die Brust- und Schulterwehren. Täglich treten Verluste durch Artillerie ein, gegen die man sich durch tiefen Ausbau der Grabensohle, durch starke Schulterwehren und durch den Bau von Unterständen zu schützen sucht, der aber dadurch außerordentlich erschwert wird, daß weit und breit kein geeignetes Baumaterial vorhanden ist. Die Ablösung der Kompagnien kann natürlich nur bei Nacht erfolgen und gestaltet sich auch dann schwierig, weil die Anmarschwege über die Waldschneisen und den Kahlhang häufig mit Feuerüberfällen belegt werden. Hier sitzt Schuß an Schuß. Die französische Artillerie schießt hervorragend exakt.
Noch viel exponierter liegt die vorgeschobene Kompagnie in Stellung C. In einzelnen Schützenlöchern hockt die Besatzung in geringer Entfernung vom Feinde. Eine rückwärtige Verbindung über den Sattel nach der Vorpostenreserve an der Serpentine besteht noch nicht. So liegen die Mannschaften, vollständig auf sich angewiesen, auf der kahlen Bergkuppe. Die in der Folge einsetzende, rege Schanzarbeit sucht der Gegner durch häufige Artillerie-Feuerüberfälle zu stören, was ihm aber nicht gelingt, wenn auch durch die täglichen, oft stundenlangen Beschießungen empfindliche Verluste eintreten. Dem Gegner ergeht es aber keineswegs besser, da unsere Stellung die seinige oberhalb Les Eparges und vor dem Feldwege von Les Eparges nach der Monville-Ferme überhöht. |
Nur insofern ist die Stellung des Gegners günstiger, als sie von unserer Artillerie nur schwer und nur frontal gefaßt werden kann, während unsere Linien auf der Bergnase sowohl dem frontalen Feuer der französischen Artillerie vom Montgirmont und der Côtes des Hures, als auch der flankierenden Wirkung seiner Feldgeschütze von der „Hummerschere" und der Höhe 353, sowie seiner schweren Festungsgeschütze aus der Richtung der Sperrforts Troyon und Génicourt ausgesetzt sind. Dieser Umstand war jedoch durch die ganze vorgeschobene Stellung auf den Combresbergen bedingt und musste mit in Kauf genommen werden.
In Combres „B" entspinnt sich bereits in den ersten Tagen eine lebhafte Infanterie-Tätigkeit, besonders auf dem rechten Flügel, wo der Gegner in der Schlucht südlich der Monville-Ferme, gedeckt durch den bewaldeten Steilhang, bis auf 20-50 Meter Entfernung vor unseren Stellungen liegt. Der Ausbau der Gräben wird auch hier mit größtem Eifer betrieben.
Am östlichen Hange und in der Talstellung A bleibt in der ersten Zeit die Gefechtstätigkeit verhältnismäßig gering. Die Fühlung mit der rechts anschliehen-den 5. Landwehr-Division ist bereits hergestellt.
Die Reserven für die vordere Stellung sind in dieser Zeit noch in kleinen, niedrigen Erdlöchern oder Unterständen am Hang bei der Serpentine und am Südhang der Stellung B untergebracht. Ein bequemes Lagern auf freier Fläche ist unmöglich, da die Artillerie des Gegners alle offenen Geländepunkte und das Dorf Combres ständig unter Feuer hält. Dagegen gelingt es ihr nicht, die Steilhänge zu fassen. Hier entwickelt sich nun eine äußerst rege Tätigkeit. Bei Nacht mit Fuhrwerken herangefahrene Balken und Bäume werden mit größter Mühe an die Hänge heraufgetragen und eingebaut. So entsteht hier allmählich ein Lager von Höhlen, Unterständen und Blockhäusern. |
An der Serpentine, der sogenannten „Kaiser-Wilhelm-Straße", baut sich der Regiments-Stab und ein Bataillons-Stab ein, unmittelbar östlich davon liegen in mehreren Etagen die Kompagnien der Vorposten-Reserve. Eine „Himmelsleiter" von mehreren hundert Stufen steigt von der Serpentine hinauf auf das Plateau, wo eine weitere Kompagnie sich in Unterständen hinter einer Geländewelle eingegraben hat. Ähnlich baut sich die Vorposten-Reserve für B hoch oben am Südhange nördlich des Dorfes Combres ein. In unendlich mühseliger Arbeit schleppen die Leute das Material, Holz und Steine, Stroh und Öfen aus dem Dorfe Combres oft im feindlichen Feuer auf die Höhe hinauf. |
Trinkwasser ist hier oben natürlich nicht vorhanden, es muß über das granatenbesäte Tal hinaufgetragen werden. Auch die Sicherstellung der Verpflegung ist mit großer Mühe verknüpft. Die Feldküchen, welche bei Tage in Herbeuville stehen, fahren nachts über das Wegekreuz Combres den gefährlichen Weg bis in das Dorf und an die Serpentine, von wo das Essen im Kochgeschirr geholt werden muß. (...)
aus: Fritz Cordes, Kriegsgeschichte des Reserve-Infanterie-Regiments 130 (Metz), Detmold 1924
Combres-Höhe: Munitionskrise - Übergang zum Stellungskrieg
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Diese Situationsbeschreibung lässt die Schwierigkeiten erahnen, denen die deutschen Einheiten im Herbst und Winter 1914/15 ausgesetzt waren. Es gab keinerlei Erfahrungen im Stellungskrieg, insbesondere nicht im Stellungsbau und insbesondere nicht bei der Errichtung schusssicherer Unterstände und dem sonstigen Schutz gegen das feindliche Artilleriefeuer. Es fehlte jedwedes Wissen und Material für den Bau von festen Stellungen.
Ökonomisch war das Deutsche Reich, wie alle beteiligten Nationen, auf einen längeren Krieg überhaupt nicht vorbereitet. Zwar waren bereits am 4. August 1914 mit dem "Kriegs-Ermächtigungsgesetz" die Voraussetzungen für die Organisation einer Kriegswirtschaft geregelt worden. Dem Bundesrat wurden weitreichende Eingriffe in das gesamte Wirtschaftsleben ermöglicht. Der Bedarf an Munition, und sonstigen Versorgungsgütern stieg jedoch ins Unermessliche. Die britische Seeblockade verhinderte nahezu vollständig die Einfuhr von Waren aus Übersee. Die Belieferung der Düngemittel-, Munitions- und Sprengstoffproduzenten mit vorwiegend aus Chile stammendem Salpeter drohte zusammenzubrechen. |
Anfang November 1914 erreichte die "Salpeter-Krise" ihren Höhepunkt, als Artilleriemunition nur noch für sechs Tage zur Verfügung zu stehen schien. Letztlich gelang es durch Konfiszierung aller der in Industrie und Landwirtschaft noch vorhandenen Vorräte, darunter etwa 750.000 Tonnen Nitratsalze, die Munitionsversorgung des Heeres über den Winter 1914/1915 einigermaßen aufrechtzuerhalten.
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Im Jahr 1915 besserte sich die Situation schrittweise mit der industriellen und staatlicherseits über das "Salpeterversprechen" massiv geförderten Herstellung von Ammoniak durch die "Badische Anilin und Soda Fabrik Actiengesellschaft" (BASF AG). Verantwortlich waren im Wesentlichen die Chemiker Fritz Haber und Carl Bosch. In Ludwigshafen-Oppau existierte bereits seit 1913 eine erste Forschungs- und Produktionsanlage, die auf Basis des 1910 patentierten "Haber-Bosch-Verfahrens" arbeitete. 1916 kam nahe Halle a. d. Saale das neu errichtete "Ammoniakwerk Merseburg" hinzu, aus dem später die "Leuna-Werke" hervorgingen.
Neben dem Mangel an Sprengstoffen und Munition brachte die Ausstattung der deutschen Heeresartillerie vorwiegend nur mit leichten Geschützen Nachteile. Auch die Franzosen hatten zwar zu Kriegsbeginn das Hauptaugenmerk auf Beweglichkeit gelegt. Sie konnten jedoch mit ihrer schweren Festungsartillerie in den Forts um Verdun weitreichend und effektiv in die sich festlaufenden Kämpfe auf den Maas-Höhen und in der Woëvre-Ebene wirken.
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Ab dem 29. September 1914 wurde die 9. Infanterie-Division durch die 33. Reserve-Division (ursprünglich Hauptreserve der Festung Metz) abgelöst. Die vorgenannten Teile der 9. Infanterie-Division rückten zur Ablösung der stark dezimierten und ruhebedürftigen 10. Infanterie-Division weiter westlich in deren Stellungen zwischen Vaux-lès-Palameix und Seuzey. Das Königlich-Bayerische Infanterie-Regiment Nr. 8 übernahm die zuvor vom IR 58 gehaltene Combres-Höhe (Abschnitte A bis C), das Königlich-Bayerische Infanterie-Regiment Nr. 4 die durch IR 19 besetzte Herbeuville-Höhe (Abschnitt D) und die sich westlich anschließenden Stellungsteile in Richtung der Grande Tranchée de Calonne.
Die folgenden Wochen wurden dem Ausbau von Stellungen und Unterkünften gewidmet, um sich besser vor dem immer wieder einsetzenden Artilleriefeuer zu schützen. Die Gefechtsstände der beteiligten Truppenteile befanden sich zumeist in einem größeren Steinbruch oberhalb Herbeuville. Frontnahe Reservetruppen waren im Ort selbst sowie in den am steilen Ostabhang der Côtes Lorraines befindlichen und sich stetig vergrößernden Lagerbereichen untergebracht.
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Die im rückwärtigen Gebiet der Woëvre-Ebene liegenden Ortschaften nahmen Reserven und die zur Ruhe übergehenden Truppen auf. Kleine Bauerndörfer wie Avillers-Ste-Croix, Jonville, Harville, Butgnéville, St. Hilaire, Moulotte, Labeuville oder Friauville wurden zu stark belegten Quartier- und Versorgungsstandorten. Sie dienten auch der Unterbringung von Stäben, logistischen Einheiten und Lazaretten.
Das Kommando der Armee-Abteilung v. Strantz richtete sich im "Château des Harts" nahe Chambley ein. Nach dessen Zerstörung durch einen Brand am 4. Juni 1915 verlegte es in das Château de Moncel bei Jarny. Die Korps-Stabsquartiere des III. Bayerischen Armeekorps und des V. Preußischen Armeekorps befanden sich in den Schlössern von St-Benoît en Woëvre und Xonville.
Das Kommando der Armee-Abteilung v. Strantz richtete sich im "Château des Harts" nahe Chambley ein. Nach dessen Zerstörung durch einen Brand am 4. Juni 1915 verlegte es in das Château de Moncel bei Jarny. Die Korps-Stabsquartiere des III. Bayerischen Armeekorps und des V. Preußischen Armeekorps befanden sich in den Schlössern von St-Benoît en Woëvre und Xonville.
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Zum Ende des Monats September 1914 flaute das Kampfgeschehen auf den Maas-Höhen ab. Es wurde das Halten der erreichten Stellungen befohlen. Ein weiteres Vorrücken musste wegen der Flankenbedrohung durch die Festungen Verdun und Toul sowie mangels Vorankommens der auf dem westlichen Maas-Ufer ebenso stecken gebliebenen Angriffe unterbleiben. Der Operationsschwerpunkt verlagerte sich nach Nordfrankreich und Belgisch-Flandern. Auf den Côtes-Lorraines blieb es bei dem fortgesetzten und für die Deutschen verlustreichen Artillerie- und Maschinengewehrfeuer der Franzosen.
Wegen des Mangels an Munition und weitreichenden Geschützen konnte die französische Artillerie nicht ernsthaft bekämpft werden. Aufgrund der exponierten Lage an den Vorderhängen der einzelnen Höhen waren die deutschen Stellungen permanent und von mehreren Seiten dem feindlichen Beschuss ausgesetzt. Erst nach Zuführung geeigneten Schanzzeugs und Baumaterials konnte die Situation einigermaßen verbessert werden. |
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Von Anfang Oktober 1914 hatte das V. Armeekorps weiter den Abschnitt von Etain bis Lamorville zu besetzen. Dort schloss sich das III. K.B. Armeekorps an. Im Abschnitt der 33. Reserve-Division (Combres-Höhe bis Ostrand Bois de St. Remy) hatten sich die 8. K.B. Infanterie-Brigade (K.B. IR 4 & K.B. IR 8) und die 66. Reserve-Infanterie-Brigade (RIR 67 und RIR 130) in den Stellungen abzuwechseln.
Zu einem Brennpunkt entwickelte sich der im Niemandsland gelegene Ort St-Remy-la-Calonne. In den Nachtstunden wurde sein nördlicher Teil von französischen, der südliche von deutschen Posten besetzt. Regelmäßig kam es zu Artillerie-Überfällen, Patrouillen-Unternehmungen, Schießereien und der wechselseitigen Gefangennahme von Soldaten und Offizieren.
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Combres-Höhe: Kämpfe um die Flanken - Woëvre-Ebene
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Durch Befehl der Armee-Abteilung v. Strantz vom 22. Oktober 1914 wurde aus den bislang nur zusammengewürfelten Einheiten in der Woëvre-Ebene eine neue Division geschaffen. Deren Kern bildete die verstärkte 14. Landwehr-Infanterie-Brigade (LIR 17, LIR 36, LIR 64) und die 30. Landwehr-Infanterie-Brigade (LIR 25, LIR 65). Beide Einheiten waren ursprünglich Teil der Festungsbesatzung Metz. Bis zum Einsatz zwischen Maas und Mosel hatten sie noch an keinen nennenswerten Gefechten teilgenommen. Der zunächst Landwehr-Division v. Waldow, später 5. Landwehr-Infanterie-Division genannte Großverband wurde nördlich im Anschluss an die 33. Reserve-Division und zur Deckung gegen die Festung Verdun eingesetzt. Die 5. Landwehr-Infanterie-Division wurde über den Kriegsverlauf zu einem tragenden Pfeiler der deutschen Verteidigung in der Woëvre-Ebene und dem Frontbogen von St. Mihiel.
Nicht nur von Westen her waren die deutschen Truppen dem flankierenden Artilleriefeuer ausgesetzt. Aufgrund des ungünstigen Frontverlaufs waren die Franzosen auch vom Nordosten her in der Lage, die Frontstellungen auf Combres, das rückwärtige Gebiet und die dortigen Ruheorte zu beschießen. Die französische Front verlief zu dieser Zeit etwa auf einer Linie Gussainville - Hennemont - Champlon. Täglich kam es zu Verlusten. Bewegungen in den Ortschaften, der Stellungsbau, die Versorgung und Ablösung der Kampftruppe, all das war nur zur Nachtzeit möglich. Um diesem Missstand abzuhelfen, sollten die Franzosen gezwungen werden, ihre weit vorgezogene Feldartillerie zurückzuverlegen. |
Zu diesem Zweck, auch um die Franzosen davon abzuhalten, Truppen aus dem Bereich Verdun und der Côtes Lorraines an die Angriffsfronten in Nordfrankreich zu verlegen, wurden von deutscher Seite mehrere Unternehmen durchgeführt, denen jedoch kein durchgreifender Erfolg beschieden war.
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So hatte bereits in der Nacht zum 28. September 1914 das LIR 36 vergeblich den Ort Fresnes-en-Woëvre angegriffen, um dort vermutete französische Geschützstellungen auszuschalten. Der Vorstoß blieb noch vor den Ortsrändern im französischen Abwehrfeuer liegen.
Um eine größere Unternehmung vorzutäuschen, hatten parallel Teile des später auf der Combres-Höhe (Abschnitte A und B) eingesetzten K.B. IR 8 in Richtung Ville-en-Woëvre und Château d´Aulnois angegriffen. Hierbei wurde der Regimentskommandeur des K.B. IR 8, Oberst Ferdinand Hannapel, verwundet. Er verstarb noch vor Erreichen des Lazaretts auf dem Transport nach Metz. Ausgehend von der Combres-Höhe (Abschnitt B) war ein Stoßtrupp-Unternehmen des IR 58 angesetzt worden. Es sollte französische Artillerie im Longeau-Bach-Tal nördlich Lès Eparges und in den Seitentälern ausgeschaltet werden. Zwar gelang der Vorstoß über Lès Eparges hinaus, französische Artillerie wurde jedoch bis zum Morgengrauen nicht gefunden. |
Ein ähnliches Schicksal ereilte am 7. Oktober 1914 das als Ablösung des K.B. IR 4 auf der Herbeuville-Höhe (Abschnitt D) wartende RIR 67. Die Franzosen hatten am Vortag überraschend die zu dieser Zeit nur von deutschen Vorposten kontrollierten Orte Riaville und Pintheville besetzt. Der Versuch einer sofortigen Rückeroberung scheiterte unter merklichen Verlusten. Durch die Kontrolle über die beiden Ortschaften waren die Franzosen in der Lage, ihre Artillerie noch weiter nach Osten vorzuverlegen. Zudem befand sich jetzt die für die Versorgung der deutschen Truppen wichtige Straße über Mars-la-Tour und Gravelotte nach Metz (heutige D 903) im geradlinigen Schussfeld ihrer Geschütze.
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Am frühen Morgen des 12. November 1914 trafen die Führer des V. Armeekorps sowie der Landwehr-Division v. Waldow, die Generale Adolf von Oven und Adolf von Waldow, im Bois de Harville zu einer taktischen Besprechung zusammen. Nach den bisherigen Erfahrungen stimmte man darin überein, dass gegenüber der sich immer weiter verstärkenden französischen Verteidigung nur mehr größere Unternehmen erfolgversprechend sein würden. Es wurde vereinbart, noch am Nachmittag zunächst die Orte Riaville und Pintheville durch Einsatz der Landwehr und unterstützt von Teilen der 33. Reserve-Division zurückzuerobern. Mittels weiterer Angriffe sollte alsdann die gesamte Front in der Woëvre-Ebene in Bewegung gebracht und deutlich näher an die Festung Verdun herangeschoben werden.
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Trotz des Einsatzes zweier kompletter Landwehr-Regimenter (LIR 17 und LIR 36) sowie jeweils eines Bataillons der Reserve-Infanterie-Regimenter 130 und 67 endete das später so benannte Gefecht von Pintheville und Riaville in einem Desaster. Zwar gelang es dem LIR 36 nach schwerem Kampf, die Ortschaft Pintheville zu besetzen. Bis zum Abend war jedoch weder das auf Riaville angreifende LIR 17 noch das zur Deckung der nördlichen Flanke eingesetzte I./RIR 130 nennenswert vorangekommen. So sah sich das keilförmig in die französische Stellung eingedrungene LIR 36 einem massiven Beschuss von allen Seiten und der Gefahr der Einkesselung ausgesetzt. Es blieb nichts anderes übrig, als sich in der Dunkelheit zurückzuziehen. Bis etwa Mitternacht waren die eigenen Stellungen wieder erreicht. Allein das LIR 36 hatte bei diesem Angriff über 600 Gefallene, Verwundete und Vermisste zu beklagen, darunter 20 tote Offiziere. Die meisten der Gefallenen ruhen heute auf der deutschen Kriegsgräberstätte Maizeray.
Combres-Höhe: Einsatz der 66. Reserve-Infanterie-Brigade in der Ersten Flandern-Schlacht
In diesen Tagen scheiterte in Belgisch-Flandern, am nördlichen Flügel der deutschen Heeresfront, der einstweilen letzte Versuch zur Wiederaufnahme des Bewegungskriegs. Am 9. Oktober 1914 war die Festung Antwerpen gefallen. Die O.H.L. fasste den Entschluss, mit den freigewordenen Truppen und vier eilig aufgestellten Reserve-Korps zwischen Nieuwpoort und Ieper (Ypern) nach Westen vorzustoßen. Das britische Expeditionskorps sollte von seinen Nachschubhäfen abgeschnitten und die gesamte feindliche Front nach Süden aufgerollt werden. Die Mitte Oktober 1914 begonnene "Erste Flandernschlacht", auch "Schlacht an der Yser" oder "Erste Ypernschlacht" genannt, blieb für die Deutschen erfolglos. Nennenswerte Geländegewinne konnten nicht erzielt werden. Regiment auf Regiment wurde in den Kampf geschickt. Auf beiden Seiten traten in nur gut vier Wochen bis dahin unvorstellbare Verluste von mehr als 250.000 Mann ein.
Die nördlich des Ortes Langemarck eingesetzten Regimenter waren nicht mehr einsatzfähig. Zu einem wesentlichen Anteil hatten sie aus Kriegsfreiwilligen bestanden, die den erfahrenen britischen Berufssoldaten nichts entgegenzusetzen hatten. Um befürchteten Gegenangriffen standhalten zu können, wurden schleunigst Einheiten mit größerer Kampferfahrung von anderen Frontabschnitten herangezogen. So kam es, dass am 13. November 1914 auch die im Bereich der Combres-Höhe eingesetzten Reserve-Infanterie-Regimenter 67 und 130 (66. Reserve-Infanterie-Brigade) den Befehl zur Verwendung "an anderer Stelle" erhielten. Noch am selben Tag wurden sie, ohne zu wissen, wohin die Reise geht, vom großen Versorgungsbahnhof Conflans nach Belgisch-Flandern transportiert.
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Die durch den plötzlichen Wegfall der 66. Reserve-Infanterie-Brigade entstandene Lücke in den Aktionen auf den Maas-Höhen musste geschlossen werden. Eingesetzt wurde mit der "Brigade Albrecht", der späteren 94. Reserve-Infanterie-Brigade (u. a. RIR 219 und 220), wiederum eine Einheit, die erst nach Kriegsbeginn aufgestellt worden war und über keinerlei Kampferfahrung, ja nicht einmal über die komplette infanteristische Ausrüstung, verfügte. Erst kurz zuvor hatte sie den Truppenübungsplatz Heuberg verlassen und war als Reserve der Armee-Abteilung v. Strantz in die Woëvre-Ebene verlegt worden, um dort ihre Felddiensttauglichkeit zu erwerben. Dass sie trotz ihrer kurzen Ausbildungszeit felddiensttauglich war, stellte sie auf der Combres-Höhe unter Beweis.
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Zu dem Einsatz finden sich im Bundesarchiv in Freiburg, Abteilung Militärarchiv, interessante Unterlagen des RIR 219, darunter Gefechtsskizzen, eine tagebuchartige Erinnerung des Vizefeldwebels der 8. Kompanie Carl Scheinemann (PH 10 II/226) und ein Ende der 1920er Jahre gefertigter Aufsatz unter dem Titel "Geschichte des Reserve-Infanterie-Regiments 219 von der Gründung bis zu seinem Ausrücken in Feindesland" (PH 10 II/227). Auch wenn der Einsatz des RIR 219 nur gut eine Woche dauerte, bieten sich seltene Eindrücke aus erster Hand zu den beginnenden Kämpfen auf der Combres-Höhe im Herbst 1914.
Beschrieben werden vor allem die widrigen Umstände, denen sich die Truppe aufgrund der nasskalten Witterung, einer unzulänglichen Ausrüstung, fehlender Erfahrungen im Stellungskrieg sowie der in der Anfangsphase des Krieges deutlich überlegenen französischen Artillerie gegenübersah. Bei dem ersten größeren Gefecht, einem gegen das auf dem Kamm der Combres-Höhe (später Combres-Ost) eingesetzte I. Bataillon gerichteten französischen Infanterieangriff am 19. November 1914, konnte die Stellung in schwerem Kampf gehalten werden. Am 24. November 1914 wurde die Stellung den aus Nordfrankreich zurückkehrenden Truppen der 66. Reserve-Infanterie-Brigade wieder übergeben. Das RIR 219 hatte bei seinem kurzen Einsatz auf den Maas-Höhen Verluste von 18 Toten und 52 Verwundeten zu beklagen. Es wurde durch das Königlich-Bayerische 8. Infanterie-Regiment abgelöst und als Teil der späteren 94. Reserve-Infanterie-Brigade auf den östlichen Kriegsschauplatz abtransportiert.
Combres-Höhe - schwere Kämpfe im Winter 1914/1915
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In Anbetracht des überraschenden deutschen Rückzuges aus der Marne-Schlacht fühlte sich die französische Armeeführung ermuntert, selbst in die Offensive zu gehen. Bereits ab Oktober 1914 wurden von den Vogesen bis nach Arras Angriffe geplant, so auch östlich Verdun und im Bereich des Frontbogens von St. Mihiel. Dabei überschätzte man die eigenen Möglichkeiten. Angesichts der Mitte November 1914 wieder aufgenommenen deutschen Offensiven in Nordfrankreich und des Erfordernisses, größere Truppenkontingente entlang der Front zur Verteidigung und Bildung von Reserven abzustellen, musste man sich letztlich auf örtlich begrenzte Einzeloperationen beschränken. Auch das anhaltend schlechte Wetter wirkte sich hemmend auf die geplanten Operationen aus.
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Angriffsunternehmungen wurden ab Mitte Dezember 1914 an verschiedenen Fronten begonnen. Im Champagne-Abschnitt, zwischen den Ortschaften Souain und Massiges, eröffneten die Franzosen gegenüber der 3. Deutschen Armee die sogenannte "Winterschlacht in der Champagne". Seitens der Obersten Heeresleitung war die Verlagerung des operativen Schwerpunktes an die Ostfront angeordnet worden, um die Russen zu besiegen und so den Zweifrontenkrieg zu beenden. Das französische Oberkommando sah darin und in der erkannten Verlegung größerer Truppenteile die Gelegenheit, mittels eines Frontalangriffs zwischen Reims und den Argonnen einen entscheidenden Durchbruch zu erzielen. Trotz starker französischer Überlegenheit konnten bis weit in das Frühjahr 1915 hinein nur unbedeutende Geländegewinne erzielt werden.
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Im Frontbogen von St. Mihiel kam es an dessen Südflanke, im Bois le Prètre, Bois d’Ailly, Bois Brûlé und um den deutschen Brückenkopf auf dem Westufer der Maas bei Chauvoncourt zu Kämpfen. Hier waren es die Truppen des III. Bayerischen Armee-Korps, die ihre Positionen nicht nur halten, sondern stellenweise Geländegewinne erzielen konnten. Im Bereich der Maas-Höhen, hart nördlich der Straße von St. Rémy nach Vaux-lès-Palameix, griffen am 26. Dezember 1914 Teile der 12. französischen Infanterie-Division das dort eingesetzte Infanterie-Regiment 154 an. Der Angriff scheiterte unter hohen Verlusten. Das IR 154 hielt seine Stellung, die bis zu den Frühjahrs-Schlachten des Jahres 1915 Bestand hatte und hiernach als "Alte-Winter-Stellung" zu einer wichtigen Auffangstellung wurde.
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Bis in den Februar 1915 fanden auf der Combres-Höhe keine relevanten Kampfhandlungen statt. Es blieb bei dem fortgesetzten Artilleriefeuer, das auf beiden Seiten ständig zu Verlusten führte. Man widmete sich dem Stellungsbau. Auf deutscher Seite wurde ein durchgehender Frontgraben unter Einbeziehung der als "Finger" bezeichneten Erhebung im Zentrum der Doppelhöhe (Abschnitt C) angelegt. Desgleichen wurde eine zweite Verteidigungslinie errichtet, die sich über den gesamten Kamm (Abschnitt B) und den östlichen Abhang (Abschnitt A) in die Woëvre-Ebene hinunterzog. Sie sollte der Absicherung gegen feindliche Durchbruchsversuche dienen.
Besonders französischerseits wurde der Ausbau von Sappen in Richtung der feindlichen Stellungen forciert. Im Januar 1915 kam es im Abschnitt B (Kamm-Stellung) wechselseitig zu ersten Minensprengungen. Aus einzelnen Sappen wurden kurze Stollen mit Sprengkammern in den Berg gegraben. In diese wurde Sprengstoff gefüllt und der darüber befindliche feindliche Grabenabschnitt samt Besatzung in die Luft gesprengt.
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In dieser Anfangsphase des Minenkrieges wurden kleinere Ladungen von allenfalls einigen 100 Kilogramm Schwarzpulver, Pikrinsäure, Dynamit oder anderen handelsüblichen Explosivstoffen verwendet. Diese bargen ständig die Gefahr der Selbstentzündung oder einer Detonation durch Artilleriefeuer. Erst in späterer Zeit ging man dazu über, aus dem Bergbau bekannte Sicherheitssprengstoffe zu verwenden, beispielsweise Ammonal, Donarit oder Westphalite. Das Stollen- und spätere Tunnelsystem auf Combres wurde stetig erweitert. Mit der Zeit kamen tonnenschwere Sprengladungen zum Einsatz. Details zum Minenkrieg auf der Combres-Höhe finden sich im diesbezüglichen Fachbeitrag.
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Anfang Februar 1915 nahm das französische Artilleriefeuer auf der gesamten Front des V. Armeekorps merklich zu. Es konzentrierte sich mit der Zeit auf den nördlichen Teil des Frontbogens von St. Mihiel, auf Anfahrtsstraßen, Bahnlinien, Artilleriestellungen, Lagerbereiche und die Ortschaften, später dann explizit auf die Stellungen der 33. Reserve-Division im Bereich der Combres-Höhe.
In Abstimmung mit dem Oberkommando der französischen Streitkräfte unter Marschall Joseph (Jacques Césaire) Joffre hatte der Befehlshaber der 1. französischen Armee, General Pierre Auguste Roques, Mitte Januar 1915 einen Angriff auf die Combres-Höhe angeordnet. Zum Einsatz kommen sollte als Teil der 12. Infanterie-Division die 24. Infanterie-Brigade, bestehend aus den Infanterie-Regimentern 106 und 132. Den Angriffstruppen waren Pioniere des 6. französischen Génie-Regiments zugeteilt, die Breschen in die eigenen und deutschen Stacheldrahthindernisse sprengen und Minenangriffe ausführen sollten. |
Geplant war, durch mehrere Minenexplosionen und starkes Artilleriefeuer die deutsche Verteidigung überraschend auszuschalten. Anschließend sollte der Angriff auf der nordwestlichen Erhebung, französischerseits "Crète des Éparges“ genannt, beginnen. Die Franzosen nannten die strategisch wichtige Position "Point A". Bei den Deutschen hieß sie aufgrund der Form des Grabensystems "Finger".
Parallel waren an der gesamten Front weitere Angriffe vorgesehen, so auch an der Südflanke des Saillant de St. Mihiel zwischen dem Bois de la Sonnard und dem Bois le Prêtre. Ziel war es, den Feind von Truppenverlegungen abzuhalten und später die gesamte Frontausbuchtung zwischen Verdun und Pont-á-Mousson durch konzentrische Angriffe von Norden und Süden abzuschnüren.
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Am Morgen des 17. Februar 1915, einem Aschermittwoch, herrschte auf der Combres-Höhe und in den angrenzenden Abschnitten trügerische Ruhe. Die Gräben waren nur dünn besetzt. In der Finger-Stellung befand sich ein Zug der 6. Kompanie des 8. Königlich-Bayerischen Infanterie-Regiments. Die übrigen Züge lagen in Bereitschaft nahe des Sattels zwischen den Abschnitten B (Combres-Ost) und C (Combres-West). Die Soldaten sehnten die für den Abend anstehende Ablösung durch das Infanterie-Regiment 130 herbei. Sie ahnten nichts von dem, was die kommenden Stunden und Tage bringen sollten.
Um 15:00 Uhr deutscher Zeit detonierten an der Spitze des "Fingers" plötzlich vier unterirdische Minen. Diese waren von französischen Pionieren unbemerkt aus Sappen heraus in Stollen nahe der deutschen Stellung platziert worden. Die Wucht der Explosionen führte zur Zerstörung der betroffenen Stellungsteile und zur Verschüttung der dort eingesetzten Soldaten.
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Auf die Minenexplosionen folgte unmittelbar ein konzentriertes Artilleriefeuer bislang nicht gekannter Intensität. Dieses hielt etwa eine Stunde an. Die meisten der Soldaten in der Finger-Stellung, die nicht bereits bei den vorherigen Minenexplosionen umgekommen waren, fanden hierbei den Tod.
Um 16.00 Uhr begann der französische Infanterieangriff. Teile des Infanterie-Regiments Nr. 106 stürmten durch die Sappen 4 bis 7 den Berg hinauf, besetzten die entstandenen Sprengtrichter und anschließend den Großteil der Finger-Stellung. Auf deutscher Seite regte sich kein Widerstand mehr. Etwa 20 überlebende bayerische Soldaten, die meisten verwundet und apathisch, wurden gefangen genommen. Weiter östlich, im Abschnitt B, war das französische Infanterie-Regiment 132 aus Stellungen am Rand des Bois des Éparges in Richtung der deutschen Gräben auf dem Kamm der Combres-Höhe vorgestürmt. Der Angriff scheiterte verlustreich, hauptsächlich aufgrund schlechter Artillerievorbereitung. Durch die dort eingesetzten Teile des K.B. IR 8 konnte die Stellung behauptet werden. |
Beide Seiten belegten jetzt den Berg und das umliegende Gelände mit starkem Artilleriefeuer. Die deutschen Reserven wurden in ihren Ortsunterkünften alarmiert und sofort in Marsch gesetzt. Die Combres-Höhe war komplett in Qualm, Rauch und Staub gehüllt. Für die aus der Woëvre-Ebene anrückenden Soldaten war sie nur noch schemenhaft zu erkennen. Die Umgebung war erfüllt von einem tiefen Grollen. Der Boden vibrierte. Am Himmel waren die Flugbahnen der deutschen Großkalibergeschosse nachzuvollziehen. Einzelne Granatexplosionen waren aufgrund der hohen Frequenz der Abschüsse nicht mehr herauszuhören.
Bis zum Abend des 17. Februar 1915 erreichte das in Friauville, Labeuville, Dompierre und benachbarten Orten untergebrachte Reserve-Infanterie-Regiment 130 die am Fuß der Maashöhen liegende Ortschaft Hannonville-s.l.-Côtes. Das Regiment wurde unmittelbar bayerischem Befehl unterstellt. Die Situation gestaltete sich unübersichtlich. Für die Nacht waren weitere französische Angriffe zu befürchten. Zwei Bataillone bezogen im Ort Alarmquartiere, die beiden anderen wurden nach Herbeuville und Combres-sous-les-Côtes vorgezogen, drei Kompanien unmittelbar an die Hänge der "Kaiser-Wilhelm-Straße" (heutige D 113) als Reserve für das im Abschnitt C arg bedrängte II./K.B. IR 8.
In der Nacht ließ das Artilleriefeuer nach. Die Franzosen waren in der Lasge, die Verteidigung in der Finger-Stellung zu organisieren. Am Morgen des 18. Februar 1915 setzte der Artilleriebeschuss erneut ein und erreichte gegen Mittag die Stärke des Vortages. Beide Seiten erlitten schwere Verluste. Zur Unterstützung der Bayern rückten gegen Nachmittag Teile des RIR 130 in die Kampfstellung des Abschnitts C. Am Abend erfolgte der erste ernsthafte Versuch zur Rückgewinnung der verlorenen Finger-Stellung. Im starken Abwehrfeuer der Franzosen gelang es lediglich, jeweils ein kurzes Stück der beiden nach Westen verlaufenden Hauptgräben wiederzubesetzen und sich dort zu verbarrikadieren. An den folgenden Tagen scheiterten sämtliche weiteren Versuche.
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Bei einem überraschenden französischen Sturmangriff am 20. Februar 1915 war im Abschnitt B die gesamte Kamm-Stellung unter Einschluss des späteren "Point X" verloren gegangen. Die Angreifer, darunter Teile der unbemerkt herangezogenen französischen Infanterie-Regimenter 67 und 267, hatten die dort eingesetzten und zahlenmäßig deutlich unterlegenen Teile des 1. Bataillons des RIR 130 überrannt und standen unbehelligt und zur eigenen Überraschung an den südlichen Hängen der Combres-Höhe mit Blick in die Ebene. Sie konnten diesen unverhofften Erfolg jedoch nicht weiter ausnutzen. Mittels Einsatzes aller bislang zurückgehaltenen Kräfte und von Teilen benachbarter Regimenter wurde der Großteil der deutschen Stellung zurückerobert und gegen weitere französische Angriffe gehalten.
Am Nachmittag des 20. Februar 1915 ebbten die Kämpfe ab. Das deutsche Vorgelände in den Abschnitten B und C war über und über mit Schwerverwundeten und Toten beider Seiten bedeckt. Einzelne Bergungsversuche scheiterten. Sie wurden durch sofort einsetzendes französisches Artillerie- und Maschinengewehrfeuer unterbunden.
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Die meisten Verletzten vermochten es, die wenigen unversehrt gebliebenen Unterstände am Südhang der Combres-Höhe zu erreichen. Andere hatten es bis in die überfüllten Kellergewölbe des inzwischen komplett zerschossenen Ortes Combres-sous-les-Côtes geschafft. Hier verrichteten Stabsärzte und Sanitäter an Freund und Feind ihr Handwerk.
Gegen 22 Uhr deutscher Zeit erfolgte die Ablösung des Reserve-Infanterie-Regiments 130 durch das K.B. Infanterie-Regiment Nr. 4 in den Stellungen auf der Combres-Höhe. Neben den Bayern waren dort bereits einzelne Kompanien des Infanterie-Regiments 154 eingesetzt, die während der Kämpfe als Reserve herangezogen worden waren. Die noch einsatzfähigen Reste des RIR 130 bezogen Quartier im Ort Hannonville-sous-les-Côtes.
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Das Regiment hatte in der nur gut zweitägigen Kampfesphase insgesamt 866 Mann verloren und damit etwa ein Viertel seiner ursprünglichen Truppenstärke eingebüßt. Zwölf Offiziere befanden sich unter den Toten. Der Munitionsverbrauch in dieser kurzen Zeit summierte sich allein bei dem RIR 130 auf über 236 000 Patronen.
Die Ablösung gestaltete sich aufgrund der Dunkelheit und der überwiegend eingeebneten Stellungsteile schwierig. Erst als es Tag wurde, konnten sich die Einheiten einigermaßen orientieren. Es bot sich ein grauenhaftes Bild. Das gesamte Schlachtfeld, die Granattrichter und die wenigen noch vorhandenen Grabenstücke, waren über und über mit Leichen und Leichenteilen beider Seiten angefüllt.
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Am frühen Morgen des 21. Februar 1915 erfolgten einige weitere französische Angriffe im Abschnitt B, dies primär gegen die Gräben 2, 5 und 6a (vgl. nebenstehende Skizze). Ziel war es, den gesamten Kamm und insbesondere die später als "Point X" bezeichnete Spitze der Combres-Höhe einzunehmen und zu behaupten. Die Angriffe scheiterten. Durch das unmittelbar wieder einsetzenden Artilleriefeuer der Franzosen erlitten die Bayern mangels Deckung erhebliche Verluste.
In den folgenden Tagen ebbten die Infanterie-Kämpfe und auch der wechselseitige Artilleriebeschuss ab. Als Verstärkung für die stark dezimierten Regimenter der 33. Reserve-Division wurde ab dem 23. Februar 1915 aus Teilen der im Lamorville-Abschnitt eingesetzten 10. Infanterie-Division ein gemischtes Regiment zusammengestellt.
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Combres-Höhe - Frühjahrsschlacht zwischen Maas und Mosel
Die strategische Bedeutung der Combres-Höhe als nordwestlicher Eckpfeiler des St. Mihiel-Bogens führte im Frühjahr 1915 zu einer massiven Intensivierung der Kampfhandlungen. Nachdem die französischen Vorstöße im Februar 1915 nicht den erhofften Durchbruch erzielt hatten, plante die französische Führung für den Monat März 1915 eine größer angelegte Operation. Neben neuerlichen Angriffen auf der Combres-Höhe sollten die deutschen Stellungen in den östlich angrenzenden Sektoren der Woëvre-Ebene durchbrochen und so die Aufgabe der Combres-Höhe erzwungen werden.
Die deutsche Verteidigung der Combres-Höhe lag zu diesem Zeitpunkt weiterhin bei der 33. Reserve-Division (RIR 130, RIR 67, KB IR 4 und 8). Am 18. März 1915 begann der französische Angriff. Es setzte ein stundenlanges Trommelfeuer auf die deutschen Stellungen ein, dem Infanterieangriffe der französischen Regimenter 106 und 132 sowie zugeteilter Pioniereinheiten folgten. Obwohl die französischen Truppen temporär in die vordersten deutschen Gräben auf dem Kamm der Höhe (Abschnitt B) eindringen konnten, wurden sie durch energische deutsche Gegenangriffe zurückgeworfen. Allein das Reserve-Infanterie-Regiment 130 verzeichnete bei diesen auf engem Raum vorgetragenen Attacken an den ersten beiden Kampftagen hohe Verluste mit mehr als 80 Toten.
Parallel begannen die Franzosen ihre Angriffe in der Woëvre-Ebene. Hart nördlich Marchéville, im Bereich des sogenannten „Pflaumenwäldchens“, näherten sich die gegnerischen Linien zu diesem Zeitpunkt bis auf etwa 50 Meter an. Den deutschen Verteidigern war nicht entgangen, dass auf der feindlichen Brustwehr bläulicher Tonboden lag. Da diese Bodenart erst in größerer Tiefe anzutreffen war, vermutete man richtigerweise den Vortrieb feindlicher Minenstollen. Als Reaktion auf diese Bedrohung legten deutsche Pioniere umgehend Gegenstollen an und richteten einen Minenhorchdienst ein. Es gelang jedoch nicht, die feindlichen Arbeiten rechtzeitig zu lokalisieren und durch eigene Sprengungen zu unterbinden.
Am 18. März 1915 setzte ab 16:00 Uhr ein überfallartiges französisches Artilleriefeuer auf die Linie Maizeray - Marchéville ein. Kurz nach 18:00 Uhr ließen zwei gewaltige unterirdische Detonationen die Erde erzittern: Die Franzosen hatten zwei Minen gezündet, um den deutschen vorderen Graben am Pflaumenwäldchen mit seiner Besatzung in die Luft zu sprengen. Der Plan schlug fehl, da sich die französischen Mineure in der Länge der Stollen verrechnet hatten. Die Ladungen explodierten im Niemandsland, verschütteten Teile des französischen Grabensystems und warfen zwei Erdtrichter von ca. 50 und 30 Metern Durchmesser und 6 bis 8 Meter Tiefe aus. Den Franzosen gelang es zwar, im Sturm einen kleinen Teil des vorderen deutschen Grabens zu erobern. Bei einem sofortigen Gegenstoß des LIR 66 wurden sie jedoch wieder hinausgeworfen. Die Trichter wurden besetzt und als vorgeschobener Verteidigungsstützpunkt in die deutsche Stellung einbezogen. In den folgenden schweren Aprilkämpfen (insbesondere beim Großangriff an den Ostertagen 1915) sollten diese Sprengtrichter und das Pflaumenwäldchen erneut einen der Hauptpunkte der französischen Infanterieangriffe darstellen.
Am 18. März 1915 setzte ab 16:00 Uhr ein überfallartiges französisches Artilleriefeuer auf die Linie Maizeray - Marchéville ein. Kurz nach 18:00 Uhr ließen zwei gewaltige unterirdische Detonationen die Erde erzittern: Die Franzosen hatten zwei Minen gezündet, um den deutschen vorderen Graben am Pflaumenwäldchen mit seiner Besatzung in die Luft zu sprengen. Der Plan schlug fehl, da sich die französischen Mineure in der Länge der Stollen verrechnet hatten. Die Ladungen explodierten im Niemandsland, verschütteten Teile des französischen Grabensystems und warfen zwei Erdtrichter von ca. 50 und 30 Metern Durchmesser und 6 bis 8 Meter Tiefe aus. Den Franzosen gelang es zwar, im Sturm einen kleinen Teil des vorderen deutschen Grabens zu erobern. Bei einem sofortigen Gegenstoß des LIR 66 wurden sie jedoch wieder hinausgeworfen. Die Trichter wurden besetzt und als vorgeschobener Verteidigungsstützpunkt in die deutsche Stellung einbezogen. In den folgenden schweren Aprilkämpfen (insbesondere beim Großangriff an den Ostertagen 1915) sollten diese Sprengtrichter und das Pflaumenwäldchen erneut einen der Hauptpunkte der französischen Infanterieangriffe darstellen.
Ende März 1915 ordnete die Oberste Heeresleitung die Ablösung der erheblich dezimierten 33. Reserve-Division durch Teile der 10. Infanterie-Division an. Außerdem wurde die Aufstellung und Überweisung mehrerer neuer Infanterie-Divisionen für die bedrohten Abschnitte südlich Verdun beschlossen, darunter die 111. und 113. Infanterie-Division. Die Combres-Stellung blieb taktisch in vier Unterabschnitte gegliedert: Abschnitt A: der östliche Abhang der Höhe und der Beginn der Stellungen in der Woëvre-Ebene, Abschnitt B: der eigentliche Höhenkamm nordwestlich des Dorfes, Abschnitt C: die Stellungen weiter westlich des Dorfes, einschließlich des hart umkämpften „Fingers“ und Abschnitt D: die sogenannte Steinbruchstellung gegenüber dem Ort St. Remy. In diese Abschnitte rückten ab dem 29. März 1915 hastig Einheiten der 10. Infanterie-Divison, insofern das Grenadier-Regiment 6 sowie die Infanterie-Regimenter 47 und 50. Den Oberbefehl über die Combres-Stellung führten nunmehr abwechselnd einzelne Regimentskommandeure, darunter Oberstleutnant Wallmüller (GrenR 6), Oberstleutnant von Fischer (IR 50) und später auch Oberstleutnant von Kaisenberg (GrenR 7).
Die extremen Kampfhandlungen auf der Combres-Höhe zwischen dem strategisch entscheidenden Punkt X, entlang der Kammstellung im Abschnitt B und dem angrenzenden Abschnitt C eskalierten bereits am 5. April 1915 erneut; es handelte sich um den Ostermontag des Jahres 1915. Diese Kampfphase wurde später als "Osterschlacht" oder Frühjahresschlacht zwischen Maas und Mosel" bezeichnet. Nachdem bereits am Ostersonntag das feindliche Artilleriefeuer spürbar an Intensität zugenommen hatte, setzte am 5. April 1915 ein französisches Trommelfeuer ein, das die deutschen vorderen Linien in den Abschnitten B und C binnen kurzer Zeit nahezu vollständig einebnete. Zu dieser Zeit wurde die Verteidigung im Wesentlichen seitens des Infanterie-Regiments 47 und von Teilen des Grenadier-Regiments 6 übernommen. Die zerschossenen Gräben boten keinen Schutz mehr, die Soldaten waren gezwungen, in unfertigen, engen Stollen und Granattrichtern bis zum Ende der Beschießung auszuharren. Als das Artilleriefeuer gegen Nachmittag in das Hinterland verlegt wurde, brach der französische Infanterieangriff los. Im Abschnitt B, auf dem Kamm der Combres-Höhe, stürmten dichte Wellen gegen die spärlichen Reste des IR 47 an, wurden jedoch in erbitterten Nahkämpfen mit Handgranaten, Bajonetten und Spaten blutig abgewehrt.
Kritisch wurde die Lage im Bereich des Grabens 9. Die dort eingesetzte 10. und 11. Kompanie des IR 47 war durch das Artilleriefeuer derart dezimiert worden, dass den französischen Sturmtruppen der Einbruch gelang. Die Situation wurde bedrohlich, da sich die Franzosen mit einem Maschinengewehr hinter einer Sandsackpackung festsetzen und in die Flanke der benachbarten Verteidiger wirken konnten. Nur durch das Eingreifen eines der letzten Reservezüge des IR 47 konnte der Einbruch abgeriegelt und die Stellung letztlich wieder eingenommen werden.
Auch der westlich anschließende Abschnitt C wurde von dem französischen Angriff betroffen. Dort lagen der Stab des I. Bataillons des IR 47 mit der 2. Kompanie in Bereitschaft sowie die 1. und 4. Kompanie des Grenadier-Regiments 6 in der vordersten Linie. Die im Bereich des "Nord-Wäldchens" ohnehin nur behelfsmäßig ausgebauten Stellungen waren durch das stundenlange Granatfeuer völlig zerstört. Infolgedessen gelang es den Franzosen, den ersten deutschen Graben zu stürmen. Die deutschen Gegenstöße, unter anderem geführt durch die 2. Kompanie des IR 47, entwickelten sich auch hier in dem völlig durchwühlten Gelände zu brutalen Kämpfen Mann gegen Mann. Sie waren letztlich aber erfolgreich, die deutsche Linie konnte im Gegenstoß behauptet werden.
Im Übergang zum Abschnitt B gelang den Franzosen gegen die zahlenmäßig heillos unterlegene 5. Kompanie des GrenR 6 die Einnahme der Gräben 15 und 18. Im sofortigen Gegenstoß konnten lediglich Teile der Stellung zurückgewonnen werden. Der Kompanieführer, Hauptmann Firnhaber, und Leutnant Frenzel, einer der letzten übrig gebliebenen Zugführer, wurden verwundet. Hauptmann Firnhaber wurde trotz des herrschenden Chaos zurückgetragen, der schwerer verwundete Leutnant Frenzel musste jedoch mit dem Versprechen, ihn später zu holen, an einer sicher geglaubten Stelle des Schlachtfeldes zurückgelassen werden. Trotz intensiver Suche über den gesamten nächsten Tag wurde er nicht mehr gefunden. Er wird in den auf den Angriff folgenden Stunden seinen Verletzungen erlegen sein.
Der Verlust eines Teils des Grabens 15 war für die deutschen Verteidiger fatal, vermochten die Franzosen von dort aus in den kompletten südlichen Hang der Combres-Höhe und in das Hintergelände mit den dortigen Ortschaften zu blicken. Erst durch einen sorgfältig geplanten Überraschungsangriff im Morgengrauen des 6. April 1915 gelang es der 3. Kompanie des IR 47 unter Hauptmann Titze, die gesamte Stellung wieder in Besitz zu nehmen. Der die deutschen Linien überhöhende Bereich um Graben 15 wurde im Anschluss an diese Kämpfe "Granathügel" genannt.
Im Übergang zum Abschnitt B gelang den Franzosen gegen die zahlenmäßig heillos unterlegene 5. Kompanie des GrenR 6 die Einnahme der Gräben 15 und 18. Im sofortigen Gegenstoß konnten lediglich Teile der Stellung zurückgewonnen werden. Der Kompanieführer, Hauptmann Firnhaber, und Leutnant Frenzel, einer der letzten übrig gebliebenen Zugführer, wurden verwundet. Hauptmann Firnhaber wurde trotz des herrschenden Chaos zurückgetragen, der schwerer verwundete Leutnant Frenzel musste jedoch mit dem Versprechen, ihn später zu holen, an einer sicher geglaubten Stelle des Schlachtfeldes zurückgelassen werden. Trotz intensiver Suche über den gesamten nächsten Tag wurde er nicht mehr gefunden. Er wird in den auf den Angriff folgenden Stunden seinen Verletzungen erlegen sein.
Der Verlust eines Teils des Grabens 15 war für die deutschen Verteidiger fatal, vermochten die Franzosen von dort aus in den kompletten südlichen Hang der Combres-Höhe und in das Hintergelände mit den dortigen Ortschaften zu blicken. Erst durch einen sorgfältig geplanten Überraschungsangriff im Morgengrauen des 6. April 1915 gelang es der 3. Kompanie des IR 47 unter Hauptmann Titze, die gesamte Stellung wieder in Besitz zu nehmen. Der die deutschen Linien überhöhende Bereich um Graben 15 wurde im Anschluss an diese Kämpfe "Granathügel" genannt.
Als absehbar wurde, dass die Einnahme der Combres-Höhe trotz kleinerer Geländegewinne erneut scheitern würde, verlagerte die französische Führung das Hauptgewicht ihrer Angriffe in die tiefergelegene Woëvre-Ebene. Dort kam es ab den Ostertagen 1915 (5. bis 11. April) erneut zu schweren Angriffen auf die Ortschaften Marchéville und Maizeray. Die im Wesentlichen eingesetzten französischen Infanterie-Regimenter 6, 8 und 132 prallten in der sumpfigen und von Wasserläufen, Zäunen und Hecken durchzogenen Landschaft auf die zähe und gut vorbereitete Verteidigung der 5. Landwehr-Division, insbesondere des Landwehr-Infanterie-Regiments 36. Die Angreifer erlitten bei den wiederholten Sturmangriffen verheerende Verluste von teilweise über 100 Mann pro Kompanie. In deutschen und französischen Kampfberichten finden sich Schilderungen, wonach die Gefallenen vor den deutschen Linien zu mehreren übereinanderlagen.
Ab dem 12. April 1915 flauten die Kämpfe auf der Combres-Höhe und in der Woëvre-Ebene ab. Die Franzosen hatten bei den erfolglosen Attacken neben den eingesetzten Fronttruppen einen Großteil ihrer taktischen Reserven für diesen Abschnitt eingebüßt. Die Combres-Besatzung und auch die 5. Landwehr-Division hatten ihre Stellungen trotz ebenfalls merklicher Verluste behauptet.
Combres-Höhe: Kämpfe im Frühjahr 1915 an der Grande Tranchée de Calonne
Die vergangene Kampfperiode hatten gezeigt, dass die westlich der Grande Tranchée de Calonne und vor allem die nahe Mouilly positionierte französische Artillerie empfindlich in die Flanke der Combres-Stellung gewirkt hatte. Um diese Bedrohung zu eliminieren, befahl die Führung der Armeeabteilung Strantz am 18. April 1915 eine großangelegte Offensive. Ziel war es, die französischen Artilleriestellungen zu zerstören und die feindlichen Linien beiderseits des Calonne-Grabens möglichst weit nach Norden zurückzudrücken. Zum Einsatz kamen Teile der 9. Infanterie-Division und der 33. Reserve-Division, zusätzlich Teile der neu aufgestellten 111. und 113. Infanterie-Division. Der Angriff wurde letztlich auf den 24. April 1915, 12.20 Uhr, festgesetzt. Umgehend wurde mit den Angriffsvorbereitungen begonnen. Es wurden Unterbringungs- und Annäherungsgräben geschaffen, Artilleriestellungen wurden vorbereitet, Sanitätseinrichtungen und Munitionslager errichtet. In das undurchdringliche Waldgelände vor der deutschen Sturmausgangsstellung wurden Angriffs-Schneisen geschlagen.
Die Gefechtsgliederung am Angriffstag sah wie folgt aus: Auf der Combres-Höhe stand die 10. Infanterie-Division (IR 47, 50, GR 6), mit dem Auftrag, die Stellungen unbedingt zu halten. Östlich der Tranchée de Calonne lag der Abschnitt der 111. Infanterie-Division mit Füs.-Regt. 73, IR 76 und IR 164, westlich der Straße derjenige der 9. Infanterie-Division mit IR 19, IR 154 und Grenadier-Regt. 7. Südlich anschließend, im Ranzières-Wald, befand sich die 33. Reserve-Division mit RIR 67 sowie den KB IR 4 und 8. Im rückwärtigen Herbeuville-Abschnitt standen die Reste des RIR 130. Die 113. Infanterie-Division (RIR 32, FüsR 36, IR 48) bildete die Korpsreserve.
Nach einem 20-minütigen Feuerüberfall brachen die Sturmkolonnen vor und überrannten im ersten Anlauf die feindliche Hauptstellung. Das II. Bataillon des IR 76 stieß hart östlich der Grande Tranchée de Calonne bis zur Straße St-Rémy - Mouilly vor und eroberte auf der Höhe 381, nahe dem Mouilly-Kreuz, mehrere französische Geschütze. Das IR 164 kämpfte sich durch die Schirmer-Schlucht und stand gegen 13.15 Uhr auf der Côte Senoux. Auch hier wurden mehrere französische Artilleriestellungen unschädlich gemacht. Weiter westlich nahm die 9. und 10. Kompanie des IR 19 den stark ausgebauten Stützpunkt "Schnecke" und erstieg die Loclont-Höhe. Das III. Bataillon des IR 154 unter Major Schirmer drang ebenfalls bis über die Straße St. Rémy – Mouilly auf die Côte de Senoux vor. Mangels Anschlusses an die Nachbareinheiten musste jedoch wieder auf das befohlene Angriffsziel, den Südhang der Loclont-Schlucht, zurückgegangen werden.
Auf der anderen Seite des Angriffsstreifens, an seiner östlichen Flanke, erhielt das III. Bataillon des RIR 130 gegen 16.00 Uhr den Befehl, ausgehend der Herbeuville-Stellung französische Erdwerke oberhalb St. Rémy zu erobern. Die 11. Kompanie stürmte gegen 16.40 Uhr nach kurzer Artillerievorbereitung durch den Ravin des Feuilles, das spätere "Kaisenberg-Tal", auf die Côte de Sât, den späteren "Granatrücken", und nahm dort wie befohlen mehrere französische Stützpunkte ein.
Bis zum Abend des 24. April 1915 hatte der Angriff von Ost nach West die Linie Höhenrücken Côte de Sât nordwestlich St. Rémy – Mouilly-Kreuz – Höhe 381 – Südhang Loclont-Schlucht erreicht. 20 Offiziere und rund 1.600 Mann Gefangene, insgesamt 17 Geschütze und mehrere Maschinengewehre waren die Ausbeute. Am Folgetag, dem 25. April 1915, wurde der Angriff östlich der Tranchée de Calonne fortgesetzt. Ein Bataillon des FüsR 73 führte den Hauptstoß auf das "Rote Wäldchen" und die Höhe 340 aus, das III. Bataillon des RIR 130 mit der 9. und 10. Kompanie unterstützte frontal aus der Mulde der Straße St. Rémy – Mouilly. Die Höhe 340 wurde gegen 16.00 Uhr genommen. Die beiden Kompanieführer, die Oberleutnants d.R. Raestrup und Corbach, entschlossen sich zum sofortigen Weiterstoß durch das Tal des Genousevaux-Bachs, das spätere "Granaten-Tal", auf die südliche Hummerschere. Bis zum Abend hatten Teile der Sturmtruppen sogar die nördliche Hummerschere erreicht. Bis zum 25. April 1915 wurden weitere 2.200 Gefangene gemacht und 5 weitere Geschütze sowie eine große Anzahl Maschinengewehre eingebracht.
Der Vorstoß vom 24. und 25. April 1915 hatte die deutschen Truppen tief in das feindliche Stellungssystem hineingetragen. Mit dem Einbruch der Dunkelheit offenbarte sich die Kehrseite dieses schnellen Vordringens. Weder Nachschub noch Verpflegung erreichte die Truppen. In dem unübersichtlichen und den Angreifern unbekannten Waldgelände wandelten sich die Kämpfe in ein chaotisches Ringen Mann gegen Mann. Die Verbände waren stark durcheinander geraten. Eine operative Befehlsgebung oder ein koordiniertes Vorgehen war nicht möglich. Einzelne Trupps, meist nur einige wenige Soldaten, mussten sich auf eigene Faust in den eroberten feindlichen Gräben und Granattrichtern unter ständigem feindlichem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer auf eigene Faust verteidigen.
Ein Versuch zur Wiederaufnahme der Offensive fand am Morgen des 26. April 1915 statt. Das II. Bataillon des IR 36 sollte, unterstützt von Teilen des RIR 130, die Spitze der nördlichen Hummerschere stürmen. Der Angriff scheiterte blutig im konzentrierten Feuer der feindlichen Artillerie und der Maschinengewehre. Am 27. April 1915 wurde der Angriff angesichts schwerer Verluste abgebrochen und es wurde das Halten der erreichten Stellungen befohlen. Mit dem 28. April 1915, nach dem Ende der Angriffsphase, wurden die eingesetzten Verbände aus der vordersten Linie herausgezogen und reorganisiert. Die vorderen Stellungen übernahmen die bayerischen Regimenter 4 und 8 (33. Reserve-Division) sowie Teile der 113. Infanterie-Division (FüsR 36, IR 48).
Die deutsche Führung wollte sich mit der unklaren Frontlinie, die zu ständigen Verlusten führte, nicht abfinden. Da ein taktisches Zurückgehen nicht infrage kam, wurde ein erneuter Angriff befohlen. Am 4. und 5. Mai 1915 traten die Fronttruppen ohne Artillerievorbereitung zu dem neuerlichen Sturm an. Ziel war die überraschende und vollständige Eroberung der nördlichen Hummerschere sowie die Vorverlagerung der eigenen Stellunggen mindestens bis auf die Höhe 353 westlich der Ortschaft Les Éparges. Der Vorstoß entwickelte sich zu einem Desaster. In der aufgrund entsprechender Falschmeldung irrigen Annahme, westlichanschließend sei die Côte de Senoux fest in deutscher Hand, rannten die Kompanien des I.R. 48 gegen gänzlich intakte Drahthindernisse an. Aus der Flanke gerieten die Angriffstruppen in ein vernichtendes Infanterie- und Maschinengewehrfeuer. Erschwerend kam ein plötzlicherWetterumschwung hinzu. Gegen Nachmittag entlud sich ein schweres Gewitter mit ungewöhnlich großen Hagelkörnern über dem Schlachtfeld. Der lehmhaltige Waldboden weichte binnen Minuten auf, die hastig angelegten Deckungslöcher und Gräben füllten sich sofort mit Wasser. Jede Bewegung wurde für die vollkommen durchnässten Soldaten zur Qual. Der Angriff blieb stecken, die Angriffseinheiten erlitten hohe Verluste und mussten sich am Abend in ihre Ausgangsstellungen zurückziehen.
Auch für die weiter westlich stehende 9. Infanterie-Division blieb der Angriff erfolglos. Aufgrund zu knapp bemessener Vorbereitungszeit und mangelnder Artilleriewirkung verlor allein das IR 154 bei seinem frontalen Angriff aus der Loclont-Stellung auf die unerwartet stark verteidigte Côte de Senoux 21 Offiziere und 867 Mann (7 Offiziere und 138 Mann tot, 1 Offizier und 147 Mann vermisst).
Einen letzten Versuch zur Eroberung der nördlichen Hummerschere unternahm am 8. Mai 1915 die 33. Reserve-Division mit den Regimentern KB IR 4 und KB IR 8 sowie den Resten des RIR 130 in Reserve. Trotz fünfstündigen Artillerie-Vorbereitungsfeuers blieb der Sturm gegen 11.00 Uhr vormittags Uhr vor voll besetzten und größtenteils unversehrt gebliebenen französische Gräben und Maschinengewehrnestern liegen. Auch die Heranführung des RIR 130 als Verstärkung brachte den Angriff nicht mehr in Schwung.
Mitte Mai 1915 übernahm General der Infanterie Otto von Below das V. Armeekorps; die 9. Infanterie-Division ging an Generalleutnant Nöldecken über. Die 111. und 113. Infanterie-Division wurden von den Maashöhen abgezogen, die 33. Reserve-Division übernahm den Abschnitt von der Tranchée des Hautes Ornières bis Spada mit dem Ritter-(Chevaliers-)Wald, der Seuzey- und Feldstellung sowie der Lamorville-Stellung; das RIR 130 stand auf dem rechten Flügel der 66. Reserve-Brigade. Im Abschnitt der 9. Infanterie-Division ging der Gegner am 20. Juni 1915 zum Gegenangriff über. Sein Hauptdruck galt dem Grenadier-Regiment 7 und dem links anschließenden IR 19; an der nur 30 Meter entfernten Front der 3. Kompagnie/GR 7 brach er in den ersten und zweiten Graben ein. Die Unteroffiziere Maiwald und Stellmacher (2./GR 7) dämmten den Aufrollangriff am Latrinengraben ab. In der Nacht zum 21. Juni warfen das II. und Füsilier-Bataillon des GR 7 die Eingedrungenen zurück; am Morgen des 22. Juni eroberte ein Stoßtruppangriff um 3.00 Uhr die ganze Reservestellung. Bis zum 26. Juni rangen die Füsiliere mit Flammenwerfer-Unterstützung um die letzten 250 Meter; nur 40 Meter konnten zurückgewonnen werden. Die Verluste des GR 7 vom 20. bis 26. Juni betrugen 29 Offiziere und über 1.000 Unteroffiziere und Mannschaften. Am 17. Juli unternahm das IR 154 — nach Ablösung des GR 7 — einen Vorstoß zur Eroberung des Restes der Hummerschere, der erfolglos blieb.
Mit der zweiten Jahreshälfte verfestigte sich die Front. Im Ritter-(Chevaliers-)Wald, in dem nach dem Marne-Rückzug 1914 deutsche und französische Linien auf Entfernungen von 30 bis 100 Meter aufeinandergetroffen waren, entwickelte sich entlang der Tranchée de Calonne und der Tranchée des Hautes Ornières — den beiden Verbindungsstraßen zur Hochfläche von Dommartin la Montagne — der typische Nahkampf des Stellungskrieges um die "Kaiser-Wilhelms-Ecke", die "Larisch-Ecke" und den Übergang über die Ornière-Straße, mit Sappenkämpfen, Sandsackbarrikaden auf 30 Meter Distanz, Minenstollen und Minenwerfereinsatz. Beim RIR 130 zeichneten sich die Patrouillenführer Unteroffizier Jochum (10. Kp.), Serafin (4. Kp., später Eisernes Kreuz I. Klasse), Gefreiter Lübeck (10. Kp.) und Musketier Kujanek (13. Kp.) aus. Die deutschen Truppen trieben den Stollenausbau auf fünf bis sieben, später sechs bis acht Meter Tiefe; in Seuzey entstand bereits im Sommer 1915 eine etwa 600 Meter lange unterirdische Stollenunterführung mit Lichtschächten und Ventilatoren — eine der ersten Anlagen ihrer Art an der Westfront. Beim IR 19 wurde nach den Junikämpfen mit dem Bau des "Schneidergrabens" als zweiter Linie begonnen, das GR 7 baute die Loclont-Stellung systematisch zur Tiefenstaffelung aus. Im September 1915 stieg das feindliche Artilleriefeuer auf zeitweise 1.000 Schuß täglich im Regimentsabschnitt 19 — eine Täuschungsmaßnahme zur deutschen Herbstschlacht in der Champagne. Vom 6. Oktober bis 10. November wurde das GR 7 vorübergehend in die Champagne verlegt; das IR 19 übernahm zwei Kompagnien des Bouchot-Abschnitts. Bis Jahresende 1915 hatte sich die Front zwischen Tranchée de Calonne, Loclont, Hummerschere und Chevaliers-Wald zu einer mehrere Kilometer tief gestaffelten Stellung mit ausgemauerten Gräben, vernetzten Stollensystemen und mehreren Drahtlinien verfestigt — der Rahmen, in dem der Stellungskrieg bis zum amerikanischen Angriff im September 1918 geführt werden sollte.
Die Gefechtsgliederung am Angriffstag sah wie folgt aus: Auf der Combres-Höhe stand die 10. Infanterie-Division (IR 47, 50, GR 6), mit dem Auftrag, die Stellungen unbedingt zu halten. Östlich der Tranchée de Calonne lag der Abschnitt der 111. Infanterie-Division mit Füs.-Regt. 73, IR 76 und IR 164, westlich der Straße derjenige der 9. Infanterie-Division mit IR 19, IR 154 und Grenadier-Regt. 7. Südlich anschließend, im Ranzières-Wald, befand sich die 33. Reserve-Division mit RIR 67 sowie den KB IR 4 und 8. Im rückwärtigen Herbeuville-Abschnitt standen die Reste des RIR 130. Die 113. Infanterie-Division (RIR 32, FüsR 36, IR 48) bildete die Korpsreserve.
Nach einem 20-minütigen Feuerüberfall brachen die Sturmkolonnen vor und überrannten im ersten Anlauf die feindliche Hauptstellung. Das II. Bataillon des IR 76 stieß hart östlich der Grande Tranchée de Calonne bis zur Straße St-Rémy - Mouilly vor und eroberte auf der Höhe 381, nahe dem Mouilly-Kreuz, mehrere französische Geschütze. Das IR 164 kämpfte sich durch die Schirmer-Schlucht und stand gegen 13.15 Uhr auf der Côte Senoux. Auch hier wurden mehrere französische Artilleriestellungen unschädlich gemacht. Weiter westlich nahm die 9. und 10. Kompanie des IR 19 den stark ausgebauten Stützpunkt "Schnecke" und erstieg die Loclont-Höhe. Das III. Bataillon des IR 154 unter Major Schirmer drang ebenfalls bis über die Straße St. Rémy – Mouilly auf die Côte de Senoux vor. Mangels Anschlusses an die Nachbareinheiten musste jedoch wieder auf das befohlene Angriffsziel, den Südhang der Loclont-Schlucht, zurückgegangen werden.
Auf der anderen Seite des Angriffsstreifens, an seiner östlichen Flanke, erhielt das III. Bataillon des RIR 130 gegen 16.00 Uhr den Befehl, ausgehend der Herbeuville-Stellung französische Erdwerke oberhalb St. Rémy zu erobern. Die 11. Kompanie stürmte gegen 16.40 Uhr nach kurzer Artillerievorbereitung durch den Ravin des Feuilles, das spätere "Kaisenberg-Tal", auf die Côte de Sât, den späteren "Granatrücken", und nahm dort wie befohlen mehrere französische Stützpunkte ein.
Bis zum Abend des 24. April 1915 hatte der Angriff von Ost nach West die Linie Höhenrücken Côte de Sât nordwestlich St. Rémy – Mouilly-Kreuz – Höhe 381 – Südhang Loclont-Schlucht erreicht. 20 Offiziere und rund 1.600 Mann Gefangene, insgesamt 17 Geschütze und mehrere Maschinengewehre waren die Ausbeute. Am Folgetag, dem 25. April 1915, wurde der Angriff östlich der Tranchée de Calonne fortgesetzt. Ein Bataillon des FüsR 73 führte den Hauptstoß auf das "Rote Wäldchen" und die Höhe 340 aus, das III. Bataillon des RIR 130 mit der 9. und 10. Kompanie unterstützte frontal aus der Mulde der Straße St. Rémy – Mouilly. Die Höhe 340 wurde gegen 16.00 Uhr genommen. Die beiden Kompanieführer, die Oberleutnants d.R. Raestrup und Corbach, entschlossen sich zum sofortigen Weiterstoß durch das Tal des Genousevaux-Bachs, das spätere "Granaten-Tal", auf die südliche Hummerschere. Bis zum Abend hatten Teile der Sturmtruppen sogar die nördliche Hummerschere erreicht. Bis zum 25. April 1915 wurden weitere 2.200 Gefangene gemacht und 5 weitere Geschütze sowie eine große Anzahl Maschinengewehre eingebracht.
Der Vorstoß vom 24. und 25. April 1915 hatte die deutschen Truppen tief in das feindliche Stellungssystem hineingetragen. Mit dem Einbruch der Dunkelheit offenbarte sich die Kehrseite dieses schnellen Vordringens. Weder Nachschub noch Verpflegung erreichte die Truppen. In dem unübersichtlichen und den Angreifern unbekannten Waldgelände wandelten sich die Kämpfe in ein chaotisches Ringen Mann gegen Mann. Die Verbände waren stark durcheinander geraten. Eine operative Befehlsgebung oder ein koordiniertes Vorgehen war nicht möglich. Einzelne Trupps, meist nur einige wenige Soldaten, mussten sich auf eigene Faust in den eroberten feindlichen Gräben und Granattrichtern unter ständigem feindlichem Artillerie- und Maschinengewehrfeuer auf eigene Faust verteidigen.
Ein Versuch zur Wiederaufnahme der Offensive fand am Morgen des 26. April 1915 statt. Das II. Bataillon des IR 36 sollte, unterstützt von Teilen des RIR 130, die Spitze der nördlichen Hummerschere stürmen. Der Angriff scheiterte blutig im konzentrierten Feuer der feindlichen Artillerie und der Maschinengewehre. Am 27. April 1915 wurde der Angriff angesichts schwerer Verluste abgebrochen und es wurde das Halten der erreichten Stellungen befohlen. Mit dem 28. April 1915, nach dem Ende der Angriffsphase, wurden die eingesetzten Verbände aus der vordersten Linie herausgezogen und reorganisiert. Die vorderen Stellungen übernahmen die bayerischen Regimenter 4 und 8 (33. Reserve-Division) sowie Teile der 113. Infanterie-Division (FüsR 36, IR 48).
Die deutsche Führung wollte sich mit der unklaren Frontlinie, die zu ständigen Verlusten führte, nicht abfinden. Da ein taktisches Zurückgehen nicht infrage kam, wurde ein erneuter Angriff befohlen. Am 4. und 5. Mai 1915 traten die Fronttruppen ohne Artillerievorbereitung zu dem neuerlichen Sturm an. Ziel war die überraschende und vollständige Eroberung der nördlichen Hummerschere sowie die Vorverlagerung der eigenen Stellunggen mindestens bis auf die Höhe 353 westlich der Ortschaft Les Éparges. Der Vorstoß entwickelte sich zu einem Desaster. In der aufgrund entsprechender Falschmeldung irrigen Annahme, westlichanschließend sei die Côte de Senoux fest in deutscher Hand, rannten die Kompanien des I.R. 48 gegen gänzlich intakte Drahthindernisse an. Aus der Flanke gerieten die Angriffstruppen in ein vernichtendes Infanterie- und Maschinengewehrfeuer. Erschwerend kam ein plötzlicherWetterumschwung hinzu. Gegen Nachmittag entlud sich ein schweres Gewitter mit ungewöhnlich großen Hagelkörnern über dem Schlachtfeld. Der lehmhaltige Waldboden weichte binnen Minuten auf, die hastig angelegten Deckungslöcher und Gräben füllten sich sofort mit Wasser. Jede Bewegung wurde für die vollkommen durchnässten Soldaten zur Qual. Der Angriff blieb stecken, die Angriffseinheiten erlitten hohe Verluste und mussten sich am Abend in ihre Ausgangsstellungen zurückziehen.
Auch für die weiter westlich stehende 9. Infanterie-Division blieb der Angriff erfolglos. Aufgrund zu knapp bemessener Vorbereitungszeit und mangelnder Artilleriewirkung verlor allein das IR 154 bei seinem frontalen Angriff aus der Loclont-Stellung auf die unerwartet stark verteidigte Côte de Senoux 21 Offiziere und 867 Mann (7 Offiziere und 138 Mann tot, 1 Offizier und 147 Mann vermisst).
Einen letzten Versuch zur Eroberung der nördlichen Hummerschere unternahm am 8. Mai 1915 die 33. Reserve-Division mit den Regimentern KB IR 4 und KB IR 8 sowie den Resten des RIR 130 in Reserve. Trotz fünfstündigen Artillerie-Vorbereitungsfeuers blieb der Sturm gegen 11.00 Uhr vormittags Uhr vor voll besetzten und größtenteils unversehrt gebliebenen französische Gräben und Maschinengewehrnestern liegen. Auch die Heranführung des RIR 130 als Verstärkung brachte den Angriff nicht mehr in Schwung.
Mitte Mai 1915 übernahm General der Infanterie Otto von Below das V. Armeekorps; die 9. Infanterie-Division ging an Generalleutnant Nöldecken über. Die 111. und 113. Infanterie-Division wurden von den Maashöhen abgezogen, die 33. Reserve-Division übernahm den Abschnitt von der Tranchée des Hautes Ornières bis Spada mit dem Ritter-(Chevaliers-)Wald, der Seuzey- und Feldstellung sowie der Lamorville-Stellung; das RIR 130 stand auf dem rechten Flügel der 66. Reserve-Brigade. Im Abschnitt der 9. Infanterie-Division ging der Gegner am 20. Juni 1915 zum Gegenangriff über. Sein Hauptdruck galt dem Grenadier-Regiment 7 und dem links anschließenden IR 19; an der nur 30 Meter entfernten Front der 3. Kompagnie/GR 7 brach er in den ersten und zweiten Graben ein. Die Unteroffiziere Maiwald und Stellmacher (2./GR 7) dämmten den Aufrollangriff am Latrinengraben ab. In der Nacht zum 21. Juni warfen das II. und Füsilier-Bataillon des GR 7 die Eingedrungenen zurück; am Morgen des 22. Juni eroberte ein Stoßtruppangriff um 3.00 Uhr die ganze Reservestellung. Bis zum 26. Juni rangen die Füsiliere mit Flammenwerfer-Unterstützung um die letzten 250 Meter; nur 40 Meter konnten zurückgewonnen werden. Die Verluste des GR 7 vom 20. bis 26. Juni betrugen 29 Offiziere und über 1.000 Unteroffiziere und Mannschaften. Am 17. Juli unternahm das IR 154 — nach Ablösung des GR 7 — einen Vorstoß zur Eroberung des Restes der Hummerschere, der erfolglos blieb.
Mit der zweiten Jahreshälfte verfestigte sich die Front. Im Ritter-(Chevaliers-)Wald, in dem nach dem Marne-Rückzug 1914 deutsche und französische Linien auf Entfernungen von 30 bis 100 Meter aufeinandergetroffen waren, entwickelte sich entlang der Tranchée de Calonne und der Tranchée des Hautes Ornières — den beiden Verbindungsstraßen zur Hochfläche von Dommartin la Montagne — der typische Nahkampf des Stellungskrieges um die "Kaiser-Wilhelms-Ecke", die "Larisch-Ecke" und den Übergang über die Ornière-Straße, mit Sappenkämpfen, Sandsackbarrikaden auf 30 Meter Distanz, Minenstollen und Minenwerfereinsatz. Beim RIR 130 zeichneten sich die Patrouillenführer Unteroffizier Jochum (10. Kp.), Serafin (4. Kp., später Eisernes Kreuz I. Klasse), Gefreiter Lübeck (10. Kp.) und Musketier Kujanek (13. Kp.) aus. Die deutschen Truppen trieben den Stollenausbau auf fünf bis sieben, später sechs bis acht Meter Tiefe; in Seuzey entstand bereits im Sommer 1915 eine etwa 600 Meter lange unterirdische Stollenunterführung mit Lichtschächten und Ventilatoren — eine der ersten Anlagen ihrer Art an der Westfront. Beim IR 19 wurde nach den Junikämpfen mit dem Bau des "Schneidergrabens" als zweiter Linie begonnen, das GR 7 baute die Loclont-Stellung systematisch zur Tiefenstaffelung aus. Im September 1915 stieg das feindliche Artilleriefeuer auf zeitweise 1.000 Schuß täglich im Regimentsabschnitt 19 — eine Täuschungsmaßnahme zur deutschen Herbstschlacht in der Champagne. Vom 6. Oktober bis 10. November wurde das GR 7 vorübergehend in die Champagne verlegt; das IR 19 übernahm zwei Kompagnien des Bouchot-Abschnitts. Bis Jahresende 1915 hatte sich die Front zwischen Tranchée de Calonne, Loclont, Hummerschere und Chevaliers-Wald zu einer mehrere Kilometer tief gestaffelten Stellung mit ausgemauerten Gräben, vernetzten Stollensystemen und mehreren Drahtlinien verfestigt — der Rahmen, in dem der Stellungskrieg bis zum amerikanischen Angriff im September 1918 geführt werden sollte.
Als die Zangenangriffe und Gegenoffensiven im späten Frühjahr an allen Flanken schließlich erstarrten, wich der überirdische Kampf in den Sommermonaten einem grausamen Minenkrieg. Der gesamte Höhenrücken von Punkt X bis Punkt C wurde durch systematische Sprengungen und den andauernden Artilleriebeschuss vollständig in eine Kraterlandschaft verwandelt. Pioniere beider Seiten trieben Stollen unter die feindlichen Linien und brachten gewaltige Sprengladungen aus Dynamit oder Westphalit von bis zu 300 Zentnern zur Explosion, die Trichter von über 20 Metern Durchmesser in den Kalkstein rissen.
In den zerschossenen Wäldern wie dem Ritterwald, (Bois des Chevaliers) und auf der Hummerschere wurde dieser Zermürbungskrieg zudem mit einem stetig verfeinerten Arsenal an Nahkampfmitteln geführt. Die Truppen bewarfen sich auf Distanzen von 30 bis 100 Metern mit neuartigen Kugel-, Diskus-, Eier- und Stielhandgranaten. Schwere Minenwerfer schleuderten 210 Pfund schwere Granaten in die feindlichen Gräben. Wie unerbittlich der Stellungskrieg in diesem zerschossenen Terrain blieb, zeigte sich nochmals vom 16. bis 20. Juli auf der nördlichen Hummerschere. Hier rangen das deutsche Infanterie-Regiment 47 und das II. Bataillon des RIR 130 im erbitterten Nahkampf von Sappe zu Sappe gegen die französischen Regimenter 87, 118 und 220. Obwohl die deutschen Truppen 300 Gefangene machen konnten, blieb nennenswerter Geländegewinn aus. Die Kämpfe in diesem überschaubaren Kampfabschnitt forderten für das RIR 130 weitere 437 Verluste. Bis zum Frühherbst 1915 manifestierte sich an der Combres-Höhe und ihren Nachbarabschnitten ein festgefahrener Stellungskrieg.
Am 2. November 1916 löste das hannoversche Reserve-Infanterie-Regiment 73 der 39. Reserve-Infanterie-Brigade (19. Reserve-Division, Armeeabteilung von Strantz) das bayerische Infanterie-Regiment 25 im rechten Regimentsabschnitt ab. Rechter Nachbar wurde das IR 48 derselben Division. Den Halt der vom Minenkrieg zerwühlten Stellung gewährleistete ein knapp zwei Kilometer langer, zwanzig bis fünfundzwanzig Meter unter dem Höhenrücken hindurchgeführter Tunnel mit eigenem Elektrizitätswerk. Regimentsstab und Bataillonsreserve lagen in St. Maurice-sous-les-Côtes, der Gefechtsstand des Kommandeurs Oberst von Graevenitz am Hang bei Herbeuville.
Anfang Januar 1917 meldeten die Pioniere, ein französischer Minenstollen sei bis unter den Granathügel vorgetrieben und mit 350 Zentnern Sprengstoff geladen. Aus französischer Gefangenschaft zurückgekehrte deutsche Vizefeldwebel kündigten zudem für den 5. Januar einen Großangriff im Korpsabschnitt an. Der diesseitige Gegenstollen wurde zur Abwehrsprengung vorbereitet; nachdem der erwartete Angriff ausgeblieben war, ging das Vorhaben in ein selbstständiges Unternehmen über. Auf Artillerievorbereitung wurde zugunsten der Überraschung verzichtet. Als Stoßtrupps wurden Freiwillige des I. und II. Bataillons unter den Leutnants Jaster (2. Kompanie) und Gabler (8. Kompanie) eingesetzt, dazu zwanzig Reservepioniere; eine Kompanie des III. Bataillons stand als Rückhalt bereit. Bei St. Maurice wurde das Einbruchsgelände in einem Übungswerk maßstabsgerecht nachgebildet.
Am 16. Januar 1917 um 17.40 Uhr erfolgte die Sprengung. Die Stoßtrupps drangen in den feindlichen Graben ein, überwältigten Posten und Unterstartbesatzungen und kehrten mit zwölf Gefangenen, einem Maschinengewehr und einem Schnellfeuergewehr in die deutsche Stellung zurück; die eigenen Verluste betrugen fünf Leichtverwundete. Der entstandene Trichter - fortan "Graevenitztrichter" - lag jenseits des feindlichen Grabens und gewährte dem Gegner aus seinem hohen Rand bessere Einsicht in das deutsche Hintergelände als zuvor; eine dauerhafte Besetzung unterblieb. Der Heeresbericht vom 16. Januar erwähnte das Unternehmen unter "Heeresgruppe Kronprinz".
In den Folgewochen kam der Kampf am Trichterrand nicht zur Ruhe. Patrouillen unter Unteroffizier Brzezinski und Musketier Ulrich (24. Januar), Gefreiter Kogge und Block (26. Januar) sowie Offizier-Stellvertreter Perlick (1. Februar) brachten weitere Gefangene und Beute ein; der Heeresbericht vom 27. Januar nannte das Regiment namentlich. Am 19. Januar erlitt Oberst von Graevenitz überraschend einen Schlaganfall. Major Hahn übernahm wenige Tage später die Regimentsführung. Am 17. Februar 1917 löste das Grenadier-Regiment 7 der 9. Infanterie-Division das RIR 73 in der Combres-Stellung ab.
Anfang Januar 1917 meldeten die Pioniere, ein französischer Minenstollen sei bis unter den Granathügel vorgetrieben und mit 350 Zentnern Sprengstoff geladen. Aus französischer Gefangenschaft zurückgekehrte deutsche Vizefeldwebel kündigten zudem für den 5. Januar einen Großangriff im Korpsabschnitt an. Der diesseitige Gegenstollen wurde zur Abwehrsprengung vorbereitet; nachdem der erwartete Angriff ausgeblieben war, ging das Vorhaben in ein selbstständiges Unternehmen über. Auf Artillerievorbereitung wurde zugunsten der Überraschung verzichtet. Als Stoßtrupps wurden Freiwillige des I. und II. Bataillons unter den Leutnants Jaster (2. Kompanie) und Gabler (8. Kompanie) eingesetzt, dazu zwanzig Reservepioniere; eine Kompanie des III. Bataillons stand als Rückhalt bereit. Bei St. Maurice wurde das Einbruchsgelände in einem Übungswerk maßstabsgerecht nachgebildet.
Am 16. Januar 1917 um 17.40 Uhr erfolgte die Sprengung. Die Stoßtrupps drangen in den feindlichen Graben ein, überwältigten Posten und Unterstartbesatzungen und kehrten mit zwölf Gefangenen, einem Maschinengewehr und einem Schnellfeuergewehr in die deutsche Stellung zurück; die eigenen Verluste betrugen fünf Leichtverwundete. Der entstandene Trichter - fortan "Graevenitztrichter" - lag jenseits des feindlichen Grabens und gewährte dem Gegner aus seinem hohen Rand bessere Einsicht in das deutsche Hintergelände als zuvor; eine dauerhafte Besetzung unterblieb. Der Heeresbericht vom 16. Januar erwähnte das Unternehmen unter "Heeresgruppe Kronprinz".
In den Folgewochen kam der Kampf am Trichterrand nicht zur Ruhe. Patrouillen unter Unteroffizier Brzezinski und Musketier Ulrich (24. Januar), Gefreiter Kogge und Block (26. Januar) sowie Offizier-Stellvertreter Perlick (1. Februar) brachten weitere Gefangene und Beute ein; der Heeresbericht vom 27. Januar nannte das Regiment namentlich. Am 19. Januar erlitt Oberst von Graevenitz überraschend einen Schlaganfall. Major Hahn übernahm wenige Tage später die Regimentsführung. Am 17. Februar 1917 löste das Grenadier-Regiment 7 der 9. Infanterie-Division das RIR 73 in der Combres-Stellung ab.
Combres-Höhe - les Éparges - heute
Exkurs: Fähnrich Walter Roy, 3./IR 76 - "Seid stolz: Ich trage die Fahne!"
"Der von Langenau schreibt einen Brief, ganz in Gedanken. Langsam malt er mit großen, ernsten, aufrechten Lettern: |
"Perdu dans ses pensées, von Langenau écrit une lettre. Lentement, il peint avec de grandes lettres sérieuses et droites : |
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aus: Rainer Maria Rilke (1875-1926), "Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke", 1899
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de: Rainer Maria Rilke (1875-1926), « La Chanson d’Amour et de Mort du Cornette Christoph Rilke », 1899
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Vor dem Sturm am 24. April 1915. |
Avant l'attaque du 24 avril 1915. |
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Abschiedsbrief des Fähnrichs Walter Roy, 3./IR 76, geb. am 1. Juni 1894 in Hamburg, gef. am 24. April 1915 bei Les Éparges, Frankreich
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Lettre d'adieu de l'enseigne de vaisseau Walter Roy, 3ème RI 76, né le 1er juin 1894 à Hamburg, tué le 24 avril 1915 près de Les Éparges, France
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